Berührbar

Es gibt eine neue Kategorie in meinem Blog, sie heißt: Caleya pellegrina, und hier will ich von dem erzählen, was ich Wundersames, Sonderbares, Seltsames, Fremdes in meinem Land entdecke..
Die Artikel dieser Kategorie handelt davon, was eine Hochbegabung in Wahrnehmung, auch Hochsensibilität genannt , Anderes, Fremdes mit dem eigenen Leben anstellt…
Mehr Informationen dazu findest du hier: Caleya pellegrina.

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Wer, wie ich, sein Leben mit einer Hochbegabung in Wahrnehmung durchwandert, erlebt vieles ganz anders als die meisten Menschen. Ist ja irgendwie klar, nehmen HSPler vieles intensiver wahr und auch viel mehr,

und ganz besonders empfinde ich das Berührbar-Sein als Aufgabe. (ich musste mich echt kurz konzentrieren um nicht: ..als Bürde… zu schreiben… ).

Mir kommen die Tränen, wenn ich Artikel über Schicksale, Heldentaten und kleine Alltagsgeschichten lese,
ich kann es kaum aushalten, irgendwo einen struppigen Hund, der herrenlos zu sein scheint, einfach sein zu lassen,
ich beweine jeden toten Vogel, jedes überfahrene Tier auf meinem Weg zur Arbeit,
und ich empfinde sehr stark mit, wenn es anderen nicht so gut geht.

Das kann anstrengend sein,
und ich hadere damit, so berührbar zu sein.

Ich bin soooooooooooo offen und ich habe versucht, mir einen Panzer anzulegen,

doch das Ergebnis war, dass man es außen vielleicht nicht mehr so sehen konnte, jedoch innen war ich dennoch berührt, verletzt,
und dadurch, dass ich es nicht zeigen wollte, war es eher nur schwerer auszuhalten.

Es ist kein gutes Gefühl, wenn man sich selbst verleugnet, und dieser Panzer war Selbstverleugnung,
es war auch die Angst, sich so zu zeigen, wie man wirklich ist,
denn wer es nicht erlebt, kann es nur schwer verstehen, wie es ist, so angerührt zu sein von allem.

Und doch…

Ist es ein Geschenk,
denn wer so tief zu berühren ist, der kann auch so tief fühlen, so tief lieben,
so tief mitfühlen,
und damit vielen Wesen ein Geschenk sein in Situationen, in denen sie sich hilflos fühlen.
Oft sehe ich schon vor Ihnen, was ihnen helfen kann, und oft sehe ich auch, wie einfach es ist, mit einer kleinen Geste, alles zu verändern.

Ich spüre in jedem Gespräch, wie mein Gegenüber fühlt und das macht „unangenehme“ Gespräche nicht besser,
wenn jemand aggressiv zu mir ist, fühle ich seine Wut und seinen Zorn wie unsichtbare Pfeile auf mich zufliegen,
und, ja wie sollte es anders sein,
auch sie berühren mich.
Nicht schön, das…

Für mich gilt der Ausspruch von Mahatma Ghandi mit aller Macht:

Ich kann anderen nicht wehtun, ohne mich selbst zu verletzen!

Das schenkt mir auch die Möglichkeiten, in schwierigen Gesprächen zu sehen, welch schweren Kampf mein Gegenüber kämpft,
mit ihm zu fühlen und ihn zu verstehen.
Und so darf ich immer wieder erleben, wie sehr Verständnis und Mitgefühl solche Situationen entschärfen kann und welche Wunder geschehen, wenn Menschen jemandem begegnen, der selber
zart, schwach, verletzlich und berührbar ist.

Und so konnte ich mehr und mehr erkennen,
dass diese Welt ein wirklich wundervoller Ort ist
und wenn „schlimme“ Dinge geschehen, geschehen sie,
weil Liebe fehlte, und
das ist etwas, was ich wirklich gut kann: Lieben!

Lieben, was ist,
lieben was war,
und auch immer mehr,
lieben, wie ich bin.

Wenn Gott den Menschen nach seinem Bildnis schuf, dann ist mein Gott auch zart und berührbar und verletzlich.
Und wenn ich darüber nachdenke, dann wünsche ich mir auch genau so einen Gott:

berührbar, verletzlich,
der mit mir fühlt,
meine Tränen versteht,
mich wärmt, wenn mir alles zuviel ist,
und der sich berühren lässt von allem,
von anderen Menschen,
von Tieren,
von Blumen, Sternen, Bäumen, Bildern, einer Tasse heißen Kakao,

vom Leben.

Wenn ich anders wäre, wäre mein Leben nicht so bunt,
und mein Gott am Ende hartherzig und verschlossen…

Nein, es ist gut, so zu sein, wie ich bin,
jeder ist auf seine Art genau richtig,

da, wo Gott mich hingesät hat,
und so, wie er mich gesät hat,

so will ich blühen!!

Feiern wir, dass wir zart sind,
feiern wir, dass wir berührbar sind,
denn so leben wir das Leben
ganz und gar!

Komm, feier mit,

unterschrift
Caleya-pellegrina

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