die Angst vor dem Fallen…

Irgendwie will man immer

nach oben,

größer werden,

aufsteigen,

dem Pfad Richtung Himmel folgen,

es soll aufwärts gehen,

auch auf einer Reise durchs Leben…

aber wer will schon fallen?

Ist Fallen denn so schlecht?

Ich assoziiere damit den Sturz, den Ab-Sturz, den Fehler, das Stolpern,

aber mit jedem Tag meiner Wanderung wird mir bewusster,
dass mich gerade dieses Denken stresst.

Denn das Streben nach oben nimmt mir die Sicht auf das Hier und Jetzt,
es treibt mich geradezu,
und es lässt mich den Boden unter den Füßen verlieren…

Und wenn mein Denken mir Energie raubt (statt sie mir zu geben),
dann wird es Zeit, das eigene Denken zu hinterfragen:

Und so frage ich mich:

Fallen-

Ist das nicht ebenso gut? Hat das nicht auch etwas mit Vertrauen zu tun?

Jemand, das Leben,
Gott,
wird mich auffangen, wenn ich falle!

Es ist doch nur ein Fehler, ein falscher Tritt,
ich habe etwas ausprobiert, es hat nicht geklappt, ich habe erkannt, es muss anders gehen.
Ich habe gesehen, erkannt, dazu gelernt,

und ich kann doch jederzeit einfach wieder aufstehen!

Warum fühle ich mich unwohl mit dem Gedanken ans Fallen?

Ich meine, wer fliegen will, muss doch springen, und dazu muss man sich in den Fall begeben…

Vielleicht ist es die Angst? Vielleicht fürchte ich den Schmerz?

Für mich wird bei längerem Nachdenken immer klarer,
dass doch

Fallen,

nicht aufsteigen,

für mich der Weg zu Gott ist!

Ich komme doch nur in seine Arme, wenn ich mich fallen lasse,
ich falle ihm entgegen,

Und so wird Fallen in meinem Denken zu

„Ich eile Gott entgegen“,

denn er lebt doch in diesem Boden, den er mir schenkte,

der Boden, den er schuf, für mich,

er schuf nicht den Himmel für mich, sondern er gab mir Boden unter den Füßen,
der mir Halt gibt, der mich nährt,
der mich heilt…

Nicht heilt die Seele so,
wie kühler Boden, grüne Bäume und der Duft nach Erde!

Was will ich also „oben“?

Wenn uns Menschen der Himmel bestimmt wäre, hätten wir Flügel,
Gott gab uns jedoch Füße,
Beine zum Laufen,
Hände zum Fühlen…

Fallen ist mein Weg zu Gott, denn dann falle ich in seine Hände:

Ich mache Fehler,
stolpere und finde durch Versuch und Irrtum meinen Weg,
meine Bestimmung,
mich.

Ich bin hier am Boden getragen geborgen, umsorgt…

Und nur hier finde ich meine Kraft, Ruhe, Stille, meine Quelle,

mich selbst,

nicht oben,
wo Gedankenkonstrukte wohnen und mir der Verstand wieder schlaue Geschichten erzählt.

Nein, hier stehe ich mit beiden Beinen auf dem Boden!

Und wenn ich gefallen bin, dann stehe ich einfach wieder auf,
gehe meinen Weg weiter,

nicht nach oben,

sondern auf zum nächsten Irrtum, Stolpern,

zum nächsten Fall,

in warme Arme,
direkt
zu Gott.

Das gefällt mir,

unterschrift

Caleya-pellegrina.

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