Besser warten

Früher hätte ich, wenn ich mir irgendetwas anders wünscht, alles dafür getan, dass sich was ändert.
Ich hätte mich eingemischt, Leute angerufen, überredet,
einfach viel dafür getan…

Das hat mich viel Kraft und Energie gekostet, ich habe Dinge erarbeitet, erzwungen, gemauschelt und Druck ausgeübt,

und ich will das so nicht mehr.

Die Ergebnisse waren eben auch dementsprechend.
Manchmal denke ich, ich hätte mir Lernerfahrungen ersparen können, wenn ich das nicht getan hätte, ich weiß jedoch, dass das nicht stimmt… Und wenn ich es nicht getan hätte, wär ich heut nicht hier, an diesem Punkt…

Gut, schön zu wissen, was man nicht will, aber ich stehe vor der Frage: Was nun?

Wie mache ich das anders?

Wenn die Dinge nicht so laufen, wie ich will, sollte ich anders denken,
ja, dass will ich auch, aber wie anders?

Wenn man Dinge nicht mehr verändern möchte,

muss man gelassen werden.

Man muss lernen, alles so anzunehmen, wie es ist.
Zulassen, weg lassen, gehen lassen…
Ja, hab ich auch verstanden, krieg ich auch ganz gut hin,

aber (und es ist ein fettes ABER),

ich vermisse,
ich wünsche,
ich krieg die Sachen nicht aus dem Kopf.

Ja, ich will der Zeit Zeit lassen,
ich hätte nur gern in der Zeit ein gutes Gefühl, und das klappt mal besser, mal schlechter…

Warten hat was mit erwarten zu tun,
und er-warten schafft Leid und raubt Energie.

Wie schafft man es, sich etwas zu wünschen und dann nicht drauf zu warten?
Zum Beispiel die Liebe eines Mannes?

Ich hab alles Argumente, und ich finde mich überzeugend, und dennoch, da ist die leise Stimme in mir, die nach ihm ruft.
Und das, obwohl ich nicht mal sicher, bin, ob ich ihn bzw. eine Beziehung wirklich will.

Geduld ist Warten mit einem guten Gefühl,

und dieses gute Gefühl,

das raff ich irgendwie nicht sicher.

Es gibt Tage, da ruhe ich in mir, da bin ich in Frieden mit der Welt, und dann hab ich ein gutes Gefühl.

Und dann gibt es Tage wie heute…

Jetzt, wo ich es schreibe, wird mir klar, mir fehlt der innere Frieden,
alles andere ist geklärt.

Und wo ist der denn hin? Der war doch eben noch da???!!

„Hallo, innerer Frieden, wieso bist du denn auf einmal weg?“

Argh, die lärmende Verwirrung des Lebens hat mich von mir weggezogen und da konnte wieder Un-Frieden in meine Land ziehen.

Frieden ist harte Arbeit,

man muss wach bleiben und ständig am Ball,

sonst lässt man sich aufrühren

und in den Unfrieden führen!

Ich bin so offen und ich lerne gerade, diese Verletzlichkeit zu schätzen, und doch, wenn mich etwas berührt, bewegt es mich, rüttelt an mir, rührt mich auf.

Mir scheint, ich muss wach sein,
aufmerksam,
hier und jetzt,

damit ich mich halten kann,

bei mir bleiben,
mich berühren, aber nicht zerreißen, lasse…

Das ist eine große Aufgabe,

dennoch scheint es der Weg zu sein, der mich zum Frieden führt,
und damit wieder
zu mir,
in die Liebe,
in die Gelassenheit…

Ich arbeite daran,
das ist mein Weg,
und wenn ich ehrlich bin,

dann hab ich ihn selbst gewählt…

Mögest auch du deinen Weg finden,

unterschrift

Caleya-pellegrina

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