Brachland

Dies ist der erste Teil einer Gedanken-Triologie zum Thema: Liebe

.

Immer wieder kommt es auf meiner Reise in mein Innerstes zu Momenten,

in denen ich Land entdecke, von dem ich gar nicht wusste, das es da ist.

Ich entdecke eine neue Fähigkeit, einen Wesenszug, eine Vorstellung oder Wertung.

Ich bin immer froh, das entdeckt zu haben, schließlich leitet mich auch das Unbewusste mehr, als ich manchmal gern hätte, und ich kann letztendlich nur die sein, die ich bin, wenn ich mich von begrenzenden Vorstellungen und Wertungen befreien kann.

Und dann gibt es diese Moment, in denen ich feststelle, dass ich bestimmte Bereiche meines inneren Landes habe brach liegen lassen.

Ich habe ihnen sogar regelrecht das Wasser abgegraben,
sie vernachlässigt,
öd fallen lassen,

weil ich mit dem Bereich im Moment nicht im Frieden bin.

Doch Brachland in mir ist auch keine Lösung, einen Bereich einfach zu ignorieren, hat Folgen und wenn man sich auch hier die Möglichkeit des freien Willens erhalten will, muss man sich damit beschäftigen, was dieses Land für eine Bedeutung hat, und wie man es gestalten will.

Gerade habe ich wieder so ein Brachland entdeckt.

Nach einigen mehr oder weniger erfolgreichen Beziehungserfahrungen habe ich das Land: Partnerschaft, Beziehung, ja, sogar meine Vorstellung von Männern
einfach brach fallen lassen,

ich hab mich entdeckt,
meine Einstellung zu mir verändert
und gelernt mich selbst zu lieben,

dennoch,

meine Vorstellungen von der männlichen Energie in meinem Leben habe ich bewusst ignoriert. Und wenn dann aus meinem Inneren ein Wunsch nach Nähe, nach männlicher Energie aufstieg, hab ich mich immer blöd gefühlt, weil ich dachte, es wär einfach das alte „Abhängigkeitsgefühl“.

Und nun bin ich auf dieses Brachland gestoßen…
Und ich bin stehen geblieben auf meiner Reise,
habe mich hingesetzt und es betrachtet.

Ich habe damit angefangen, ihm wieder Energie zu geben, ihm Aufmerksamkeit zu schenken, und die Flüsse begannen wieder Wasser zu tragen.

Nun kann hier etwas wachsen, es ist meine Entscheidung, was dort wachsen soll.
Wenn ich alter Erfahrungen wirklich verarbeitet habe, und ein neues Denken angefangen habe, dann will ich jetzt dieses Land auch neu gestalten.

Nichts zu tun würde bedeutet, dass Unkraut wuchern kann, dass altes Gestrüpp wieder hervorbricht und ich mich irgendwann wieder an den Orten, in den Situationen befinde, die ich doch hinter mir gelassen haben will…

Nun liegt es an mir, hier neu zu denken:

Was ist mir wichtig?
Was für eine Bild habe ich von Männern?
Was trage ich noch nach von alten Erfahrungen?
Habe ich vergeben?
Das wird mich noch eine Weile beschäftigen, und das ist gut so.

Ich stelle fest, dass ich mein Männerbild wandeln muss,
und auch meine Einstellungen.
Ich habe gelernt in alten Beziehungen, und ich will alte Fehler nicht wiederholen.

Aber bin ich bereit für neue Fehler?
Habe ich den Mut, mich neu zu öffnen und damit wieder verletzbar zu machen?

Ich bin der Überzeugung, die Welt strebt nach Harmonie, es gibt Weiblichkeit nicht ohne Männlichkeit, eben so wenig wie es Licht ohne Dunkelheit und Glück ohne Schmerz nicht geben kann.
Wenn ich mich auf Dauer den männlichen Energien verweigere, gerate ich aus dem Gleichgewicht. Diese Erkenntnis hat mir sehr geholfen, denn ich erkenne nun den Wunsch nach Männlichkeit in meinem Leben als den Wunsch nach Vervollständigung, und lehne ihn nicht mehr so ab, wie zu der Zeit, als ich ihn für ein altes, überholtes Gefühl hielt.

Dennoch, das Land liegt noch brach, es kommt langsam in einen Zustand, in dem es bepflanzt werden kann.

Nun liegt es an mir, mit welchen Gedanken ich es bepflanze:

Im ersten Moment war ich für Sonnenblumen, die Vorstellung eines Sonnenblumenfeldes gefiel mir. Immer die guten Tage, die schönen Momente sehen, sich nach der Sonne ausrichten und doch grade und schön, voller Stolz sein eigenes Gesicht zeigen.

Dann kam mir der Gedanke eines Lavendelfeldes, voller Duft und Wärme, entspannt und zufrieden, der Erde deutlich näher.

Oder ein Olivenbaumhain?
Ich mag die Atmosphäre, die von solchen Hainen ausgeht: Wärme, knarzelige Bäume voller Individualität, die Wärme spenden, uns mit Früchten beschenken. Bäume, deren Holz wunderschön und doch fest ist und die alt werden und doch immer voller Schönheit sind.
Irgendwie eine Oase für Ruhe, Picknick und Gemeinschaft.
Ich denke, ich werde von allem etwas dort pflanzen, ich werde mich dort auf jeden Fall wohl fühlen, und es wird immer eine Freude sein, dorthin zu schauen.
Dennoch weiß ich auch, es ist eine Sache, was ich dort pflanze, die andere Sache wird die Zeit zeigen, wie was dort anwächst, was sich mehr ausbreitet und ob ich zulasse, dass Unkraut wuchert.

Letztendlich ist das Wichtigste, entdeckt zu haben, dass dieser Bereich, dieses Land in mir Aufmerksamkeit und Willen benötigt, damit ich es akzeptiere und annehmen kann. Nur so kann ich ganz werden, und nur so kann ich heil sein.

Mögest auch du das Brachland in dir finden,
es ist eine Chance, eine Möglichkeit
zu wachsen,
neu zu werden,
die eigene Schönheit zu entdecken
und zu gestalten.

Auf die vielen wundervolle Länder,
die uns heil und ganz machen,

unterschrift

Caleya-pellegrina

Hier geht meine Triologie zum Thema: Liebe weiter: Liebe lernen

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