Mein Tempel

Ich wandere durch mein Leben, und bei einer solchen Reise sind mehrere Dinge wichtig:
Ein singender Geist, eine lachende Seele und ein gesunder Körper.

Tatsächlich neige ich dazu, den Körper, und das Wunder, das er ist, gern mal zu übersehen.

Dabei ist er das Haus, in dem mein Geist und meine Seele wohnen,
er bietet mir Heimat,
Schutz,
Rückzug,
Kraft,
Beweglichkeit,

und noch so viel mehr…

Er ist der Tempel,

der meine Seele in dieser Welt ein Zuhause bietet.

Niemand käme auf die Idee,
einen Tempel zu vermüllen,
verdrecken zu lassen,
ihn schmucklos
und ungepflegt stehen zu lassen,
ja, ihn zu vernachlässigen.

Er verdient es, mehr, und besser gewürdigt zu werden.

Und da mein Körper mein Tempel ist,
also leiste ich ab nun Tempeldienst:

Seit dem mache ich jeden Abend eine kleine Dankbarkeits-Mediation,
in der ich ihm und all den Zellen danke,
ihnen Licht und Liebe sende,
und ihnen zuhöre, auf das sie (und damit ja auch ich) glücklich sind.

Und wenn es irgendwo zwackt oder schmerzt,
dann nehme ich mir die Zeit, hineinzufühlen,
und daraus lernen zu wollen,
was er mir sagen will,
auf das es ihm (und damit mir)
besser gehe…

Und so wuchs in mir das Bewusstsein für meinen Körper,
dafür, dass er aus Millionen von Zellen besteht, die alle mir dienen wollen,
dafür, dass er jeden Tag sein Bestes für mich gibt,
dafür, dass jedes Zwacken ein Signal ist, aus dem ich lernen kann und darf,
dafür, dass er mich versorgt, mich trägt, mich heilt und mich formt.

Ich liebe ihn, wie er ist,
und die Spuren, die die Zeit hinterlässt,
sehe ich als Schmuck,
als Ehrenzeichen.

Dazu fand ich diesen Text, den ich dir schenken möchte:

Unser Körper ist wie eine Landkarte,
auf der unser Leben eingezeichnet ist.
Er zeigt, was er durchgemacht hat,
er offenbart, welchen Preis wir für unsere Erfolge gezahlt haben!

Im Prozess des Lebens bleibt unser Körper nicht taufrisch,
er trägt Narben, die davon zeugen, wie die Seele geprüft wurde,
und letzten Endes wird er auseinander fallen,
weil die Seele am Ende ihrer Reise angekommen ist!

Würdige deinen Körper als den heiligen Gral,
als die Tafel, auf der die Geschichte deines Lebens steht!
Ehre seine Narben, lerne die Bedeutung von Veränderungen und Besonderheiten verstehen!

Versuche nicht, deinen Körper so zu erhalten, wie er war, als du jung warst,
sondern ehre ihn als das Spiegelbild eines gelebten Lebens!“

(Daphne Rose Kingma)

Jedes Mal, wenn ich etwas für meinen Körper tue,
sei es Bewegung,
Entspannung,
gutes Essen,

dann tue ich das jetzt mit einer Einstellung eines Mönches, der seinen Tempel pflegt und ziert,
mit der Liebe eines Hausbesitzers, der sein Haus in Stand erhält und schmückt,
mit dem Bewusstsein einer Seele, die ihr Zuhause würdigt und schätzt.
Mögest auch den Tempel entdecken
und lieben,
und ehren,
die Tafel der Geschichte deines Lebens,
der deiner Seele Heimat ist,

Caleya-pellegrina

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