Brief an mein wundervolles Kind

Liebes Kind,

heute möchte ich dir einen Brief schreiben, weil ich dich um Verzeihung bitten möchte…

Ich bin an einem Punkt meiner Wanderung durch das Leben angekommen, wo die Schatten wohnen und ich ihnen stetig begegne.
Nein, das macht mir keine Angst und alles ist gut. Wirklich, ich habe erkannt, sich einer Angst stellen ist das Beste, was man tun kann, nur so werden sie und ich Freunde. Und ich habe viele neue Freunde, und mein Leben wird von Tag zu Tag wundervoller.

Nun sehe ich, wie du verwundert guckst, und dich fragst, wozu dann dieser Brief?

Mir ist klar geworden, dass ich all die Jahre einem Irrtum unterlegen bin, der auch dein Leben sicher nachhaltig beeinflusst hat.

Ich liebe dich, und ich weiß, das weißt du auch,
ich wünsche dir immer nur das Beste!

Doch ich war dem Irrtum unterlegen,
ich müsste dafür sorgen, dass du das Beste bekommst,
ich wäre für dein Glück zuständig!

Ich musste mir eingestehen, dass das, was ich für Liebe hielt, eigentlich nicht wirklich Liebe war.

Diese Grundhaltung beinhaltet nämlich Schrecklicherweise auch, dass ich in mir einen Gedanken hatte, du wüsstest nicht, was für dich richtig ist. Und irgendwie vermittelte ich dir damit ein Gefühl des Mangels, ein Gefühl des „Du-bist-ungenügend“.

Und du bist ein wirklich kluger Mensch, ich bin sicher, das hast du immer irgendwie gespürt.
Du hast gehört, wie ich gesagt habe, „Ich hab dich lieb!“
Und du hast auch gespürt, dass ich das wirklich und wahrhaftig ernst gemeint habe, aber du hast auch diesen merkwürdigen Widerhall in dir gespürt und am Ende habe ich dich mit meinem Denken und Tun sogar richtig verwirrt?!

Vielleicht tröstet es dich, dass das nicht nur dir so ging, sondern auch ich spürte immer, dass da irgendetwas war, eine Wahrheit, die ich einfach nicht greifen konnte, eine Unstimmigkeit, die auch mir nicht gefiel und die ich mir fortwünschte…

Und nun habe ich mich im Spiegel der Welt mehr und mehr erkannt und bin auf diesen komischen Gedanken, diese verkümmerte und von Angst und Mangeldenken geprägte Vorstellung von Liebe, in meinem Leben gestoßen.

Ich habe gelernt, dass ich mich immer für wertlos, nicht liebenswert gehalten habe, und das dieser Glaubensatz dazu geführt hat, dass ich mich und mein Leben selbst entwerte. Manchmal handelt man so dumm…*kopf schüttel*

Ich habe mich nun mehr und mehr vom Würgegriff der Angst befreit und konnte so mehr und mehr wirklich und wahrhaftig sehen.

Heute schreibe dir, um dich um Nachsicht zu bitten,

ich habe erkannt, eigentlich war nicht ich das, die diesen Zweifel in unsere Verbindung säte, sondern es war die Angst. Ich habe mir von der Angst und ihren Sorgen diktieren lassen, was ich tun soll, habe mich antreiben lassen, wider besseres Wissen zu handeln.
Ich habe die Stimme meines Herzens bewusst überhört, die mir immer sagte, alles ist gut, weil die Angst mich so verwirrt hat.

Das hatte Auswirkungen auf mein Leben, und auf deines…

Und dafür bitte ich um deine Nachsicht! Ich habe Fehler gemacht, weil ich es nicht besser wusste, aber ab heute weiß ich es und will ich es besser machen!

Denn nun ist Angst ist in meinem Leben entmachtet worden!

Ich habe mich für ein Leben in Liebe entschieden,
ich will bei allen Anforderungen und Fragen des Lebens mit Liebe antworten,
und für mich ist es Liebe, dir diesen Brief zu schreiben.

Mein wundervolles Kind,

ich habe dieses Denken, dass mich armselig gemacht hat,
erkannt
und
ich will ab heute Liebe und Vertrauen
zu den Herrschern meines Lebens machen.

Ich habe dir immer vertraut,
verstehst du?
– aber mir nicht!

Ab heute will ich alles aufgeben, was uns trennt,

alle Kontrolle,
alle Vorstellungen von Mangel oder Verbesserungswürdigkeit,
alle Zweifel,
alle Sorgen,
es war mein Irrweg,

und stattdessen

möchte ich dir sagen, dass ich dich wundervoll finde,
dass ich sehe, wie du dein Leben meisterst,
dass ich dir vertraue, dass du alles hinbekommen kannst und wirst,
und es nichts gibt,
was ich mir anders wünschen würde!

Wirklich NICHTS!

Jeden Abend bei meinem Gespräch mit Gott
danke ich dafür,
dass du zu mir kamst
und ich die Ehre habe, deine Mutter sein zu dürfen!

Du musst nichts tun, um mir etwas zu beweisen,
du musst dich nicht verstellen,
oder dir etwas bei mir verdienen,

du bist genauso gut, wie du bist,

das warst du immer!

Ja, du warst immer schon wundervoll und genug und richtig,
ich war nur zu blind vor Angst, es könnte dir an etwas fehlen,
um das sehen zu können.

Ich habe dich immer geliebt und ich werde das immer tun,
Liebe endet nie,
nur Gedanken können uns trennen,
und das will ich nicht wieder zulassen.

Es wäre schön, wenn du mir helfen könntest auf meinem neuen Weg,
wenn dir auffällt, dass ich mich wieder ängstlich verhalte,
wenn ich Dinge tue oder sage, die du unstimmig findest,
dann erinnere mich daran,
dass ich Liebe wählen wollte!

Ich liebe dich,
mein Kind,
und wünsche dir aus tiefstem Herzen
das Allerbeste,
in dem sicheren Wissen,
dass ich keine Ahnung habe, was das Beste für dich ist,
und in dem tiefen Vertrauen in dich und deine Fähigkeiten!

Ich weiß, du bist wundervoll, klug, vollkommen,
und Gott hält dich sicher in seiner Hand,

darum bin ich sicher,
du wirst das Allerbeste bekommen,

und ich bin glücklich,
und immer für dich da,
sag du mir, wenn und was ich für dich tun kann,
ich tue es gern für dich,
denn dafür sind Mütter da:
Zum Lieben, sonst nichts!

„Erziehung ist Beispiel und Liebe – sonst nichts!“ ( Fröbel)

In Liebe
deine Mutter

unterschrift

Caleya-pellegrina

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