Vergebung ist Liebe

Ich bin nun im Dunkel des Herbstes immer tiefer in mich gewandert, habe meine Blätter abgeworfen und mich auf das konzentriert, was tief in mir als Wahrheit wohnt.

Es war eine erstaunliche Reise, die mein Leben wahrhaftig verändert hat.

Ich kam von der Liebe zur Bedingungslosigkeit und damit zu dem Punkt:

Vergebung.

Hier verharrte ich lange, denn dieser Begriff war mir so fremd, dass ich ihn erst mit allen Sinnen erkunden, erfühlen wollte, um mir ein Bild von ihm zu machen.

Was bedeutet das – Vergebung?

Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen damit so etwas meinen, wie…“auch noch die andere Wange hinhalten…“, was man auch verstehen kann als Opferhaltung, ich lasse einfach alles mit mir geschehen, und dann gebe ich mein Bestes, um in meinem Inneren einfach die entstandene Gefühl umzudeuten.

Doch das erscheint mir … ungenügend…

Zum einen ist es in meiner Welt wichtig, die Gefühle ernst zu nehmen, sie sind für mich Botschaften meiner Seele. Sie sagen mir etwas darüber, was ich über eine Situation, einen Menschen denke. Sicher kann ich mich entscheiden, dieses Denken zu verändern, aber nur, wenn ich wahrnehme, was mein Denken mit mir macht.

Zum anderen gehört es für mich dazu, sich selbst etwas wert zu sein, sich selbst ernst zu nehmen, für sich selbst zu kümmern. Und wenn ich in Situationen, bei Menschen verharre, die mir nicht gut tun, weil ich denke, Vergebung ist alles, dann bin ich nicht gut zu mir. Das kann es auch nicht sein.

Nein, jemandem zu vergeben bedeutet in meiner Welt auch

– ihm seine Verhalten nicht nachzutragen, aber die Erinnerung als Erfahrung abzuspeichern und in Zukunft diese Erfahrung in unseren Umgang miteinander mit einfließen zu lassen!
– Ihn als Menschen nicht zu meiden, aber mein Vertrauen kann er durchaus verloren haben!
– Ihn weiterhin in meinem Umfeld haben zu wollen, aber dennoch ehrlich zu den Gefühlen zu stehen, die eine Situation, ein Verhalten, in mir erzeugt haben! Ich prüfe die Gefühle und wenn ich sie als wahrhaftig und ehrlich ansehe, dann stehe ich auch dazu, in dem Bewusstsein, dass es meine Gefühle sind. Ich mache niemanden dafür verantwortlich, dennoch sage ich, was ich denke!
– Ihn weiterhin als Freund zu betrachten, aber nicht bedingungslos alles so weiter zu machen und mich weiterhin in für mich schwierige Situationen zu begeben.

„Vergebung heißt, dass man aufhört, sich eine bessere Vergangenheit zu wünschen.“ –

(Jack Kornfield)

Erst Vergebung macht es wirklich möglich, wieder zu einander zu finden und auch wieder Vertrauen zu erlangen.

Vergebung bedeutet,
anzuerkennen,
dass hier ein Mensch in seiner göttlichen Form vor mir steht,
der sich, genau wie ich,
irren kann,
Fehler macht,
unachtsam
und
getrieben
Dinge tut, Sachen sagt,
die mich verletzten.

In den seltensten Fällen tut er das, um mir wirklich weh zu tun, meistens sind es doch Missverständnisse, die uns in solche Situationen führen.

Auch mich!

Vergebung bedeutet,
nicht zu urteilen, sondern zu verstehen.
Miteinander zu reden,
ehrlich zu sein
und
eine Brücke zu bauen,
über den entstandenen Riss.

Ich anerkenne damit auch meine eigenen Unzulänglichkeiten,
meine eigenen Fehler,
mich selbst als Menschen mit Macken und dunklen Stellen.

Vergebung ist Liebe,

den anderen

und mich

anzunehmen, als die Menschen, die wir wirklich sind,
ist Geduld, dem anderen und sich selbst die Zeit zu geben, die wir brauchen, um zu wachsen,
ist Güte, dem anderen nur gute Absichten zu unterstellen,

ist Frieden.

Wenn ich in mir die Stürme der Gefühle zur Ruhe bringe, erzeuge ich damit Frieden in mir, und damit auch in der Welt um mich herum.

Und wenn du mehr wissen möchtest, erzähle ich dir hier etwas über den Weg zum Frieden, den ich gefunden habe:

Ich nutze hier Hoʻoponopono
den Weg der radikalen Vergebung.
Es bedeutet „in Ordnung bringen, zurecht rücken, etwas an die richtige Stellen bringen“, und ist ein Verfahren der alten Hawaiier zur Aussöhnung und Vergebung.

Man kann im Internet und bei youtube viele Anleitungen zu Ho’oponopono finden, darum werde ich hier keine detaillierte Anleitung erstellen.

Aber kurz erklären möchte ich es dir, liebem Mitwanderer, schon:

Ho’oponopono
Funktioniert in sechs Schritten:

1. Schritt: Die Situation in ihrer „Hässlichkeit“ annehmen, in sich bestätigen:
z.B. „Ich bitte um Nachsicht, dass ich eifersüchtig war…Ich wurde von meinen Ängsten dazu getrieben…“

2. Ich vergebe mir selbst das Hässliche in mir:
z.B „ Ich vergebe mir, dass ich eifersüchtig war!“

3. Das Hässlich in sich annehmen:
z. B. „ Ich liebe mich, auch wenn ich so bin, ich bin ein Mensch, ich erlaube mir, Macken zu haben!“

4. Für die anstehenden Umwandlung des Hässlichen in sich selbst danken:
z.B. „ Ich danke dafür, dass ich diesen Teil in mir finden konnte und nun in der Lage bin, etwas zu ändern!“

5. Diese Situation nun dem Universum, Gott, oder welchen Namen diese Kraft auch immer in deiner Welt trägt, anvertrauen:
z.B. „ Ich übergebe es in deine Hände, Gott. Ich vertraue darauf, dass du darüber wachen wirst und das Beste daraus machen wirst. Ich lasse dieses Gefühl jetzt los!“

6. Bereit sein, ein Wunder zu bezeugen!
Das bedeutet, dass ich offen sein will, zu sehen und zu erleben, wie ich in solchen Situationen künftig anders handle, ich bin bereit, das Wunder zu sehen!

Das Schöne an Ho’oponopono ist, dass es auch für Herausforderungen im Außen funktioniert, da alles, was im Außen ist, nur eine Projektion aus unserem Inneren ist.

Um Probleme im Außen zu ändern, muss ich mich ändern, und das kann ich mit Ho’oponopono:

Auch, wenn andere etwas sagen oder tun:

1. Ich bitte um Nachsicht – in mir
2. Ich verzeihe dir –in mir!
3. Ich liebe dich –in mir!
4. Ich danke dafür!
5. Ich übergebe es Gott!
6. Ich bin bereit, ein Wunder zu bezeugen!

Es erscheint so sonderbar, in einer Situation, in der jemand anderes etwas Doofes tut, sich innerlich diese Dinge zu sagen, sich selbst zu vergeben, dennoch: Probiere es aus, du wirst das Wunder sofort und unmittelbar erleben können!
In dem du deine Einstellung änderst, ändert sich die Situation!
Wie innen, so außen!

Die Welt ist ein Spiegel und du wirst immer dich selbst dort sehen!

Indem du dir vergibst,
indem du der Welt vergibst,
beschreitest du den mächtigen Weg der Liebe,
und Liebe wird deine Antwort sein.

Und je mehr Menschen diesen Weg gehen,
umso liebevoller und friedlicher wird diese Welt,

schön, dich als Weggefährte zu haben
auf diesem Weg,
mein Freund,

unterschrift

Caleya-pellegrina

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