Ende und Anfang zugleich

Ich habe immer geglaubt, dass alles Kraft und Energie kosten muss auf meiner Wanderung, für mich war Fortbewegung nur mit dem Willen, dem Wollen, vorstellbar.

Aber das Leben ist wundervoll und der beste Lehrer, den ich kenne, und es hat mich und meinen Weg zielsicher in ein tiefes Tal geführt, immer tiefer hinein, und ich hab brav gestrampelt und alles getan, um da heraus zu kommen.
Und mir wurden Steine in den Weg gelegt, mir wurde meine Kraft geraubt, durch Menschen, Situationen, ich wurde krank. So krank, dass ich nicht mehr konnte, dass ich stehen bleiben musst, weil ich einfach nicht mehr konnte.

Und ich habe mich gewehrt, war zutiefst unglücklich und wollte einfach immer weiter machen, rappelte mich immer wieder auf, – bis ich wirklich am Boden war.
Und jeder Moment so anstrengend wurde, dass ich anfangen musste, mich zu entscheiden, was ich wirklich tun will, und auf was ich, gefühlt gezwungener Maßen, verzichten muss.

Und ich nicht mehr aufstehen konnte, sondern am Boden blieb.

Ich fürchtete die Dunkelheit und die Einsamkeit und saß so in meinem Dunkel. Und wartete… denn etwas anderes war mir nicht mehr möglich.

Doch statt der gefürchteten Finsternis und Einsamkeit
kam ich bei mir an,
ich hörte mir zu, weil alles andere still war,
ich spürte mich, weil niemand anderes mir sagte, was gut ist und
so fand ich zu mir.

Und tief in mir sah ich das Licht, mein Licht, in seiner einzigartigen Schönheit und ich dachte, okay, dann sitz ich eben hier im Dunkel und leuchte leise vor mich hin, ist doch egal…

Und in dem Moment hab ich aufgegeben.

Ich gab alles auf,

meine Träume,
meine Erwartungen,
meine Hoffnungen,
mein Wollen.
Es war unendlich traurig, ich nahm Abschied um Abschied, tränenreich und leer,
eben hoffnungslos und ohne einen Weg zu sehen.

Und in dem Moment errang ich meinen größten Sieg!

Ich besiegte alle meine Ängste, denn wenn man nichts mehr hat, was soll man dann fürchten? Ich besiegte mein Ego, das mir ständig erzählte, ich solle anders sein, als ich bin,
denn nun nahm ich mich einfach so an, wie ich bin!

Ich besiegte das Gefühl des Mangels,
das Bedürfnis nach Kontrolle, die sowieso nur eine Illusion ist,
weil ich nicht mehr kontrollieren wollte.

Ich wurde frei von all diesen Zwängen,
und ich ließ mich fallen,
ohne Netz und Boden,
es war mir egal,
was passierte…

und das Leben fing mich auf!

Es war, als hätte das Leben nur auf diesen Moment gewartet,

plötzlich waren Menschen da, die ich vorher nicht gesehen hatte,
Wege, für die ich vorher blind war,
und alles fügte sich,
da ich ja keinen Widerstand mehr leistete,
sondern mich dem Moment hingab.

Und ich tauschte meine verlorenen Erwartungen, Hoffnungen, Träume
gegen
Vertrauen, Glaube, Gelassenheit und Hingabe ein.

Und ich ließ mein Licht strahlen,
liebte den Moment und das Leben

und alles wurde hell, wunderschön und leicht.

Ja, okay, der Mann hat mich dennoch verlassen
und ich habe Freunde verloren,
und musste Hobbys aufgeben,
dennoch,
aus der heutigen Sicht sehe ich, dass ich zuviel einzahlen
musste bei diesen Gelegenheiten und zu wenig zurückbekam.

Das Herz lässt los und will nichts für sich, was sich nicht freiwillig verschenkt.
Das Herz bewahrt sich seine Würde!

Und jedes Mal, wo ich glaubte, um etwas kämpfen zu müssen,
habe ich mich, meine Würde aufgegeben
für etwas, was ich glaubte zu wollen, zu brauchen.

Jetzt bleib ich bei mir,
und bin mir treu
und das Leben ist auch so schön,
viel schöner, als ich mir es hätte träumen lassen.

Was weiß ich schon, was gut für mich ist?

Ich lasse jetzt alles so sein, wie es ist, ich lasse zu,
ich lasse los und lasse gehen.
Und alles, was bleibt,
tut mir gut,
weil es mich beschenkt,
mit Aufmerksamkeit, Freundschaft, Liebe, Licht.
Und ich bin dankbar für alles in meinem Leben.

Liebe siegt, indem sie aufgibt.

Heute bin ich dankbar für meine Krankheit,
für die Menschen, die gegangen sind,
für alle Steine und Täler in meinem Leben.
Nur durch sie konnte ich mich befreien
Und nur, weil ich mich fallen ließ, konnte das Leben mir zeigen,
dass ich nie tiefer falle als in Gottes Hand.

Ich liebe und werde geliebt
Und bin glücklich.

Und gebe jeden Tag aufs Neue auf,
Lassen statt Wollen,
Was kommen soll, kommt,
was nicht kommen soll,
kommt auch nicht, wenn ich Energie hinein gebe.

Aufgeben war das Beste, was ich je getan habe!

Mögest auch du dich dem Leben hingeben können,

unterschrift

Caleya-pellegrina

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