Alles ist gut…

Es gibt einen Satz, der ein treuer Begleiter auf meiner Wanderung ist, er ist hilfreichster Helfer und erinnert mich immer wieder an das Wesentliche, wenn ich mich mal verirrt habe:

Alles ist gut!

Ich weiß noch, wie ich meinen Freund, diesen Satz, das erste Mal traf und dachte: „Was für Blödsinn, das stimmt doch gar nicht!“

Und mein Freund sagte: „Bist du sicher?“

Ich sagte: „Ganz klar, ich hab heute morgen verschlafen und bin den ganzen Tag gehetzt, was soll daran gut sein?“
Und mein Freund antwortete: „ Und was soll daran nicht gut sein?“
Ich schaute ihn verwirrt an, „Wie meinst du das?“
„Na ja, antwortete er, „weißt du denn sicher, dass es nicht doch gut war? Vielleicht hast du das Mehr an Schlaf gebraucht? Oder du bist einem möglichen Unfall auf dem Weg zur Arbeit so gekonnt aus dem Weg gegangen!“

„Ja, so kann man das auch sehen, aber das überzeugt mich nicht! Man kann sich das immer schön reden! Finde doch darauf mal eine Antwort: Ich habe eine chronische Erkrankung, die mich jeden Tag müder und müder macht, bald kann ich gar nichts mehr tun! Was soll daran, bitte schön, gut sein? Ich verliere mein Leben!“

„Oh, da wüsste ich eine ganze Menge!“ antwortete mein Freund,
lass mich mal ein bisschen nachdenken…

Okay, müde sein, wofür ist das gut?

Man hat keine Energie mehr…. Dann tut man nur noch das, was wirklich wichtig ist, man verschwendet keine Kraft mehr. Dann lernt man, anzunehmen, was ist und so erkennt man, wie das Leben wirklich ist!

Man kann nicht mehr alles schaffen…Das bringt einen dazu, sich auch Nichts mehr vorzunehmen, man hört auf, sich mit großen Vorhaben zu stressen. Dann lernt man die kleinen Dinge des Lebens schätzen!

Man muss sich Ruhe gönnen… Das ist doch gut, sich selbst etwas gönnen, sich selbst etwas Gutes tun, für sich sorgen! Dann lernt man, auf die eigenen Bedürfnisse zu achten!

Man wird so dumpf im Kopf, unkonzentriert…Das macht wohl auch das Grübeln und Zweifeln schwierig, man hört auf, so hohe Ansprüche an sich selbst zu haben! Da lernt man, auf sein Herz zu hören und einfach zu sein!

Man kann einfach nur so durch den Tag tappsen…Das macht, dass ich auch nicht groß bewerte, was ich oder andere tue. Und das befreit mich von allem Urteilen und plötzlich ist man frei! Und ich kann plötzlich sehen, was es alles Schönes gibt!

Nichts klappt, weil man zu müde, zu unkonzentriert ist…Okay, da lernt man wohl, dass es „mal eben schnell!“ nicht gibt, dass man sich die Zeit und die Ruhe nehmen muss, die Dinge brauchen. Und man wird dankbar, wenn mal etwas klappt.

Man wird so antriebsarm… Schön, dann hat man Zeit zum Träumen und lernt, dass die Welt einen gar nicht so dringend braucht, wie man glaubt. Und man selbst die Welt nicht!

Man kann nicht mehr zu jeder Party, zu jedem Treffen mit Freunden. Ich denke, nun wird man mal erkennen, wer wirklich dein Freund ist… und wer nicht!

Dein Fieber verbrennt negative Energien,
wenn du gereizt bist, weißt du, dass du dich gerade übernimmst, und du beginnst, dein Leben reizärmer zu gestalten.

Ja, stimmt, “ sagte mein Freund, „ die Erkrankung verändert dein Leben! Aber ich habe den Eindruck, es macht es besser! Bist du nicht in letzter Zeit nur noch gehetzt?“

Ich nickte.

„Siehst du, und ging es dir gut damit?“

Kleinlaut gab ich zu: “Nein…“

„ Dann nimm dieses Geschenk, das das Leben dir macht! Es will dich aufrütteln, aufwecken, damit du merkst, was du dir antust!
Es ist nicht das Leben, das dich hetzt! Du hetzt dich selbst!
Aber jetzt kommst du zur Ruhe und findest dich und damit dein Leben wieder… Also, ich kann mir nicht helfen, ich finde, es ist alles gut!“

Und nach einer Weile setzte er hinzu: „Und wenn es so nicht gut wär, wie es ist, dann wäre es anders! Welchen Grund sollte das Leben haben, nicht gut zu dir zu sein?“

Ich dachte nach.

„Klar, kann man das Gründe für finden, „sagte mein Freund, „ aber beides ist gleich glaubwürdig. Wenn du schon denken musst, warum nicht positiv?“

Ich geb es ja zu, er hatte mich schon bei „…zu müde, zu unkonzentriert…“ überzeugt, und so bat ich ihn, mich doch zu begleiten. Und er sagte ja…

Wenn ich nun in einer Situation stecke, die mir unangenehm vorkommt, dann schau ich zu meinem Freund und er zu mir, dann zwinkern wir und zu und sagen: „Das wird schon seinen Sinn haben, alles ist gut, so, wie es ist!“

Und gleich geht alles besser…

Ich wünsche auch dir auf deiner Wanderung einen guten Freund an deiner Seite,
ich weiß, dass mein Freund noch viel Platz für weitere Freunde hat,
egal, was du tust oder entscheidest,
alles ist gut, so, wie es ist,
ist das nicht schön?

Caleya-pellegrina

Ach ja, und ich kann nun jeden Abend danke sagen zu meiner Erkrankung, denn sie passt auf mich auf und macht mein Leben tatsächlicher schöner, wer hätte das gedacht?

Dieser Beitrag wurde unter Caleya packt abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.