Und dann blieb ich stehen…

Ich bin auf meiner Wanderung durchs Leben so viele Jahre eigentlich nur gerannt…

Ich habe alles, was ich getan habe, in Eile getan, immer schon im Blicke, was ich als nächstes zu tun hatte. Ich hab mir eingebildet, dass ich doch dann irgendwann mal mit allem fertig sein müsste und endlich Ruhe haben würde.

Endlich Ruhe,
ich hab gewartet, bin gehetzt, aber… sie kam nicht… statt dessen kam Müdigkeit, Traurigkeit und irgendwann die totale Erschöpfung.

Und ich fand immer noch gute Gründe, wieder aufzustehen vom Boden und dennoch weiter zu machen… von einer Erschöpfung zur nächsten, bis ich nicht einmal mehr regenerierte…

Ich glaub, ich wär immer noch in Eile,
wenn mein Körper nicht irgendwann gesagt hätt: Nö, blöd, ich mach nicht mehr mit!
Und ich nicht mehr eilen konnte, nicht mehr aufstehen, nicht mehr rennen.

Und so blieb ich stehen und mir wurde bewusst, dass es eigentlich immer das gewesen war, weswegen ich so eilte: Ich lief davon, vor meinen Problemen, vor dem, was ich fürchtete.

Und nun konnte ich nicht mehr weglaufen. Keine Chance.

Ich hockte am Boden und zog in Erwartung dessen, was nun über mich hereinbrechen würde, den Kopf ein und hielt den Atem an.




und ….. es ….passierte….. Nichts….

Kein überwältigendes Problem, kein furchtbares Chaos, in dem ich alles verlieren würde,
keine Monster und Dämonen, kein Schmerz,…. Nichts….

Und so drehte ich vorsichtig den Kopf und schaute hinter mich….
und
sah

Mich!

Dort sah ich mein wahres Ich, mich, wie ich wirklich war, dort stand ich, traurig, müde, zerschlagen, leer…

Und das Schlimmste,

ich sah dort die Antwort auf all meine Fragen und ich sah dort alles, was ich gesucht hatte:

Mich!

Ich war vor mir selbst weggelaufen und nun, wo ich das nicht mehr konnte, stellte ich fest, dass ich alles hatte, immer gehabt hatte, was mir fehlte,
was ich brauchte, um glücklich sicher und geliebt zu sein.

Eigentlich hatte ich die ganze Zeit das schönste Leben gehabt, denn alles war gut,
und ich mochte mich, wie ich mich dort sah, sogar sehr,

ich war nur davor davongelaufen, weil ich mich vor diesem Blick zurück fürchtete.

Vor dem, was mir Angst machte, und was gar nicht da war, oder gar nicht schlimm war, wie ich gefürchtet hatte,

vor dem, wie ich glaubte, zu sein, und was nicht stimmte, denn ich konnte selbst entscheiden, wer ich bin und ich musste es nur lassen, auf andere zu hören,

vor der Einsamkeit, die gar nicht existiert, denn ich bin immer bei mir, ich bin nie einsam, höchstens all-ein…

All die Mühe, die Kraft, die Sinnbetäubenden Dinge
hatten mich blind gemacht für das Einzige auf diese Welt, was wirklich wichtig ist:

Für mich,
meine Bedürfnisse,
meine Schönheit,
meine Kraft
und meinen Zauber.

Und ich dankte meinen Körper auf Knien, dass er mich aufgehalten hatte
und diesen Wahn-Sinn gestoppt hatte.

Und ich stellte fest, dass ich das Wunder bin, auf das ich immer gewartet habe!

Seit dem gehe ich meinen Weg achtsam,
schaue weniger nach links und rechts, was andere tun und sagen,
ich schaue zu mir, in mich, und gehe meinen Weg.

Ich tue, was ich tun will und ich sage, was ich sagen will,
es interessiert mich nicht mehr, was andere dazu sagen,

ich bin das Wunder in meiner Welt,
jetzt sorge ich für mich,
und jetzt sehe ich die Schönheit, in der ich lebe.

Mein Leben liebt mich und ich liebe mein Leben,

seit ich mir wichtig bin.

Warum soll ich eilen?
Woanders gibt es nichts, was ich hier, bei mir, nicht habe,
so kann ich in meinem Herzen sein-

dort, wo ich zu Hause bin.

Mögest auch du dein Zuhause finden,

unterschrift

Caleya-Pellegrina

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