Nehmt Abschied, meine Freunde, es befreit…

 

Wenn man sein Leben als eine Pilgerreise sieht, ist jeder Moment ein Abschied.

Ich reise von Augenblick zu Augenblick durch mein Leben und die Vorstellung einer

Pilgerreise macht mir bewusst,

dass jeder Moment einzigartig ist und nie wiederkommt.

Das macht mir das Wertvolle an jedem Moment klar und auch, dass nichts selbstverständlich ist:

Es ist nicht selbstverständlich, dass ich morgens neben jemandem aufwache,

es ist nicht selbstverständlich, dass ich auch morgen noch geliebt werden,

es ist nicht selbstverständlich, dass ich morgen noch ein Bett habe,

ja, wenn man es genau betrachtet, ist es nicht einmal selbstverständlich,
dass ich morgen aufwache!

Alles ist ein Geschenk, auch das, was mir in diesem Augenblick unbehaglich ist.

Entweder ist der Tag mein Freund oder mein Lehrer.
Und alles ist somit sinnvoll und wundervoll.
Jeder kleine Augenblick, mein ganzes Leben.

Ich würdige durch diese Sichtweise jeden Moment und ich bin mir seiner Vergänglichkeit, seiner Schönheit, seiner selbst, bewusst.

Wenn ich weitergehe, sage ich: „Auf Wiedersehen“ und „Danke“ zu den anderen Menschen, denn ich weiß nicht, ob wir uns wieder sehen.

Situationen und Menschen, die für mich schwer auszuhalten sind, kann ich durch den Gedanken der Reise aushalten, denn schon bald bin ich fort. Und damit sie auch.

Und ich bin nachsichtiger, liebevoller. So weiß ich, dass die Menschen in meinem Leben wissen, was sie mir bedeuten: Weil ich es ihnen immer wieder sage und zeige.

Ich lebe dadurch achtsam,
ich verhafte an nichts und niemandem,
und ich komme nicht in Versuchung,
mich und mein Lebensglück von irgendetwas oder irgendjemand abhängig zu machen.

Und ich bin dankbar, für alles und jeden, der morgen noch da ist,
und dass ich am Morgen aufwache und gesund bin.

Das ist Glück!
Es hilft mir auch, mit einer Welt zurecht zu kommen, in der sich nur eines nie ändert, nämlich, dass sich immer alles ändert!

Ich bleibe gedanklich beweglich, kann gelassener mit Veränderungen und Situationen umgehen.

Ich kann mehr und mehr alles so sein lassen, wie es ist, und alles loslassen.

Und ich bin mir vor allem der Tatsache bewusst, dass es nur einen Menschen in meinem Leben gibt, auf den ich mich 100% verlassen kann, weil dieser Mensch mich nie verlassen wird: Mich!

Dadurch achte ich auf mich und bin mir selber treu.

Ich verliere durch meinen Pilgerreisengedanken viele Ängste, denn die meisten Ängste haben etwas mit der Angst vor dem Verlieren zu tun.
Wenn man weiß, dass man immer Abschied nimmt, weiß man auch, dass man nichts und niemanden festhalten kann. Weil einem nichts und niemand gehört!

Ich kann einfach mit wundervoller Anmut dem Fluss des Lebens folgen, und habe keine Erwartungen, denn ein Pilgerer weiß nicht, wo er morgen ist.

Und wer nichts erwartet, erlebt mehr Wunder!

Und wenn alles gut ist, immer und immer wieder,
dann beginnt man, dem Leben zu vertrauen.

Alles ist gut,

auf Wiedersehen, mein Freund,
schön, dass es dich gibt,

ich wünsche auch dir eine gute Reise,

bis wir uns wieder sehen,
halte Gott dich fest in seiner Hand,

unterschrift

Caleya-Pellegrina

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