Wenn sich die Dunkelheit auf mein Land, auf meine Seele legt…

Das dunkle Fremde

Eben wanderte ich noch bei Sonnenschein, und sah nicht die dunklen Wolken, die sich aufzogen,
eben war ich noch voller Licht, und nun ziehen dunkle Schatten über mein Land, meine Seele.
Und obwohl es mir doch vertraut ist, habe ich es nicht kommen sehen…

Und es fehlt mir an Licht, Idee und Kraft, etwas dagegen zu tun, und so kann sich die Dunkelheit über mich legen.

Je mehr Dunkelheit in mein Land zieht, umso mehr vergeht die Freude. Alles scheint seinen Sinn zu verlieren, und nichts macht mehr Spaß, ich will nichts mehr tun. Und ich werde so müde…
Und dann kommen die Tränen, erst als Kloß im Hals, der mir die Fähigkeit zum Sprechen nimmt, dann mehr und mehr ertrinke ich in einem See aus Emotionen, aus tieftraurigen Gefühlen. Und dabei fühle ich mich so leer, wo kommen nur der See und die Tränen her?

Alles verliert seinen Sinn.

Und dann?
Nun, es wird keine Prinz auf einem weißen Pferd kommen, um mich zu retten und auch kein Superheld. Hier bin nur ich, ganz allein…

Und das ist auch gut so!

Wenn mich jemand anderes rettet, schafft das für mich am Ende nur eine Abhängigkeit, weil ich lerne, dass ich andere brauche, um aus dem Dunkel herauszufinden!
Und wenn jemand anderes das für mich tut, dann ist es sein Weg und doch nicht meiner, und für einen fremden Weg brauche ich immer einen Wegweiser, und er wird mir immer fremd sein!

Ich bin mein eigener Retter, ich bin meine Heldin,

ich bin die Beschützerin meines Landes!

Ich muss mein Land vor dem weiteren Einfall des Dunkels schützen!

Aber wie?

Für mich sind diese Bilder, die in mir zu meiner Situation aufsteigen,
die besten Wegweiser:

Es ist also dunkel geworden in meiner Welt, dunkel bedeutet kein oder wenig Licht, wo ist das Licht hin? Ist es wirklich weg?
Meistens entdecke ich dann, dass doch Licht da ist:

Es ist in mir, tief verborgen, unerschütterlich und unbesiegbar, aber ich habe eben nur nach außen geschaut:
– Ich habe selbst das Licht verdrängt, weil ich Dinge nicht sehen wollte!

– Ich habe Widerstand geleistet gegen Sachen, die ich nicht wahr haben will oder anders haben will und damit Dunkelheit geschaffen!

– Ich habe meine Gefühle unterdrückt, sie beschattet, weil ich sie nicht fühlen will!

– Ich habe nicht auf mit aufgepasst und die lärmende Verwirrung des Lebens hat meine Sinne verwirrt!

Ich habe damit die Dunkelheit in mein Land eingeladen!

Gut, das ist hart, anzuerkennen, aber es birgt auch meine Rettung: Ich habe die Dunkelheit geschaffen, dann kann ich sie auch wieder vertreiben!

Ich höre auf, mir etwas vorzumachen, ich bin bereit, zu schauen
und ich habe den Mut, etwas zu entscheiden, zu verändern!

Tatsächlich entstehen Depressionen am häufigsten, wenn man sich nicht entscheiden kann zwischen Möglichkeiten. Wenn man das Gefühl hat, man hängt in einer Situation fest, und kann nur gehen, wenn man auf etwas anderes, was einem wichtig ist, verzichtet!
Ich bleibe in einem Job, an einem Ort, weil dort jemand ist, den ich liebe, und ich mich sorge, dass ich denjenigen verliere, wenn ich gehe.

Dazu hab ich zwei Gedanken für dich:
1. Verkaufe dich nicht unter Wert! Wenn dich jemand liebt, bist du ihm wichtig, und dann sollte es auch wichtig sein, dass es dir gut geht!! Und wenn es ihm nicht wichtig ist, dann… tja, dann solltest du dich fragen, ob das wirklich Liebe ist… Und warum du dann bleibst?
Jedes Mal, wenn du Dinge tust, damit dich jemand liebt, bist du dir selbst untreu, und verkaufst dich… Und so wirst du nach und nach dich und deinen Wert verlieren…Und damit das Licht!
Besinne dich auf das, was du bist und stehe für dich ein! Und wenn dann eine Beziehung endet, dann gratuliere dir, denn du hättest dich nur verkauft…Und dafür bist du zu schade!!!
Wenn ihr in einem gemeinsamen Gespräch keine Win-Win –Situation schaffen könnt, habt ihr beide verloren!
Kompromisse sind meistens für mindesten einen der Konfliktpartner ein Verlust, und dieser Verlust wird schmerzhaft wahrgenommen und sichtbar, irgendwann…

2. Liebst du oder brauchst du??
Wenn du in einer Situation fest hängst, dann meistens, weil du glaubst, dass du hier etwas bekommst, was dir fehlt.
Das heißt, du bist in dem Gedanken gefangen, etwas oder jemand (meistens man selbst) ist mangelhaft!
Doch tatsächlich ist jeder Mensch, so wie er ist und mit dem, was er hat, vollkommen. Es gibt keinen Mangel, den hast du erfunden!
Ja, ich hör dich schon sagen: Aber ich brauch doch das Geld, also muss ich das tun!

Nein! Alles, was du brauchst, hast du schon!

Und gerade in unserem Land verhungert niemand, der in der Lage ist, einen Antrag zu schreiben!
Nein, du willst mehr Geld, und dann musst du eben den Preis dafür zahlen, und zum Beispiel arbeiten,
aber das ist deine eigene Entscheidung und du hast die Freiheit, diese Entscheidung zu verändern!

Du bist frei, und hast alles, was du brauchst!

Alles andere ist eine Erfindung deines Gehirns, das dir Probleme erfindet
und Bedürftigkeiten vorgaukelt.

Du brauchst kein Geld, du brauchst keine Liebesbeziehung, du brauchst nur eines:

DICH!!!

Du kannst dir selbst alles geben, was du brauchst: Liebe, Sicherheit, Geborgenheit, Mitgefühl, Zuwendung, Treue.
Und du bist der einzige Mensch, der dich nie verlässt!

Alles ist gut!

Und wenn du dir das alles selbst gibst, dann bist du frei, denn du wirst nie wieder jemanden oder etwas brauchen!

Dann kannst du dich entscheiden für Situationen, aber du kannst dich auch dagegen entscheiden. Dann wird Widerstand nutzlos!

Und du kannst dir den freien offenen Blick auf alles, was wirklich ist, bewahren!!!

Du kannst gelassen dem Leben folgen und wirst feststellen, welche unglaubliche Schönheit dich erwartet, schöner als all deine Träume!

Und du kannst erkennen, dass deine Gefühle nichts anderes sind als deine Helfer. Sie sagen dir, hier sperrst du dich ein, hier gaukelt dir dein Verstand eine Abhängigkeit vor. Und so kannst du dich immer wieder befreien. Und deinen Gefühlen danken und vertrauen! Sie passen auf dich auf!

Und dann, plötzlich,
ist das Licht wieder da,
alles macht einen Sinn,
alle Tränen sind geweint
und das Abenteuer Leben geht weiter…

Denn das Licht verlässt dich nie, wir verlieren nur den Blick dafür!

„Mitten im Winter entdeckte ich, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer lag“
(Albert Camus)

Mögest auch deinen unbesiegbaren Sommer finden,

unterschrift

Caleya-pellegrina

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