Mit Sinn, ohne Verstand

 

Ich denke, jeder Pilgerer kennt dieses Phänomen, eben wandert man noch, alles ist gut, und dann…steigen Gedanken in einem auf, man beginnt einen inneren Dialog und eh man sich versieht, ist man vom Wege abgekommen…

Eben noch leichten Schrittes, werden meine Füße müder und müder und ich bleibe stehen.
Ich frage mich, ob es Sinn macht und wo der Sinn ist? Und schon hab den Weg ganz verloren,
und so steh ich da, verirrt im Labyrinth meiner Gedanken.

Aber weißt du, was mich dann am meisten ärgert? Das ich mich verirrt habe! Ich weiß doch, dass mein Verstand mir alles Mögliche erzählt, und mein innerer Kritiker immerzu Probleme erfindet, die gar nicht da sind… Warum lass ich mich bloß immer wieder in die Irre führen… Argh…

Jetzt hilft nur atmen,
atme, Caleya,
es ist nur ein schlechter Moment,
kein schlechter Tag
und erst recht kein schlechtes Leben!

Und spüren! Spüren, wie der Atem in mir fließt, wie ich stehe, sitze,
hören, wie der Wind rauscht, die Vögel singen,
sehe, wie wunderschön vollkommen die Blume am Wegesrand aussieht, jeden Stein, der auf dem Weg liegt,
und in mich hineinfühlen, meinen Körper wahrnehmen.

All meine Sinne auf diesen Moment zurückführen und alles, was ich tu,
mit allen Sinnen tun,
dem Leben, dem Moment all meine Sinne geben.
Und mich wieder finden, die Stille in mir,
meinem Verstand ein gekonntes: Stopp! entgegensetzen
und auf mein Herz hören,
das mir sagt,
alles ist gut!

Und wenn ich das tue, dann hat alles wieder Sinn – meine Sinne – und ich höre auf,
zu fragen und zu kritisieren und zu zweifeln – ich bin dann einfach da, geben jeden Widerstand auf,

und erkenne die Schönheit,
und fange an zu lieben, mich, den Moment, alles um mich herum,
und in mir steigt Freude und Dankbarkeit auf.

Und rosa Glitzer steigt auf und – da ist mein Weg wieder,
er liegt ganz klar vor mir, ich frage nicht, sondern setze den ersten Fuß, mache den ersten Schritt.
Und gehe weiter, vielleicht kenne ich das Ziel nicht, aber ich spüre Freude und ich nehme alles wahr, ich bin Hier und Jetzt.

Und alles wird zu mir kommen, wenn der richtige Moment ist!
Ich muss den Weg nicht finden, er findet mich!

Alles, was ich tun muss, ist den Moment, wo alles auftaucht, wahrzunehmen…

Und dafür brauche ich all meine Sinne, hören, spüren, riechen, sehen, sein,
und brauche meinen Verstand, um das alles wahrnehmen zu können,
und dann werde ich im richtigen Moment das einzig Richtige tun:

Ganz und gar ich sein, dann mach ich immer alles richtig!

Was für ein wundervoller Tag, was für eine wunderschöne Wanderung,

mein Leben hat den Sinn, die Sinne, die ich ihm gebe,

mögest du dein Leben auch mit all deinen Sinnen leben,

unterschrift

Caleya-pellegrina

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