Hart sein

 

 

Mein innerer Kritiker ist heute ganz besonders gut drauf und erzählt mir die ganze Zeit, was ich besser machen muss. Er treibt mich auf meiner Pilgerreise voran und bringt mich mehr und mehr aus dem Tritt und heute echt ins Stolpern.

 

Und als ich denn endlich stehen bleibe, vielleicht auch erst nach einem Sturz, besinne ich mich und atme tief durch.

 

Was tue ich hier eigentlich?

 

Ich bin ein Mensch, der sich wirklich viele Gedanken macht, und mit jedem Tag meiner Pilgerreise durch das Leben wächst mein Verständnis für alle meine Mitmenschen.

 

Ich sehe, wie sie alle einen schweren Kampf kämpfen und dennoch jeder sein Bestes gibt.

 

Ich sehe ihnen vieles nach, weiß ich doch, dass die allerwenigsten Menschen anderen absichtlich Schaden zufügen, eher sind es ihre eigenen Ängste und Bedürfnisse, die sie dazu bringen.

 

Ich sehe ihre Trauer hinter ihrem Lachen,

ihre Angst hinter dem Zorn

und die Verzweiflung bei einem Kampf um Kontrolle,

von dem ich glaube, dass man ihn nicht gewinnen kann… Und auch nicht muss…Aber das ist eine andere Geschichte…

 

Und wenn ich in Situationen komme, in denen es Konflikte gibt, in denen ich Fehler mache, in denen ich etwas lernen kann,

dann bin ich bemüht und denke nach, reflektiere, weil ich ja lernen will.

 

Und gehe in meine eigene Falle:

 

Ich denke zuviel, hinterfrage, was ich gesagt und getan habe und überlege, was ich hätte besser machen können und was ich wieder gut machen muss und bin so mit Denken beschäftigt, dass mir die Schönheit meiner weiteren Wanderung entgeht.

Und ich werde unachtsam stolpere, komme öfter in schwierige Situationen, weil ich unachtsam bin.

 

Und dann sitz ich hier.

Wieder mal…

 

Heute kann ich dann darüber lachen, doch es war ein weiter Weg hierher,

der mit folgendem Gedanken begann:

 

Ich sehe in allen Menschen den schweren Kampf, bin nachsichtig,

warum eigentlich nicht auch mit mir?

 

Bin ich mehr, anders, weniger, verbesserungswürdiger oder gar anspruchsvoller als andere Menschen?

 

Nein,

ich bin auch ein Mensch mit einem schweren Kampf und ich habe, genau wie alle anderen, meine Nachsicht verdient!

 

Warum bin ich dann so hart zu mir selbst??

 

Ich verdiene es, so geliebt zu werden, wie ich bin,

ich muss nicht perfekt sein,

niemand muss das, ich auch nicht.

 

Ich bin vollkommen!

 

Ich muss aufstehen und diese Gedanken nach Perfektionismus abschütteln!

Ich baue mir hier sonst Mauern, an die ich dann selber stoße!

 

Ich bin genau richtig,

 

und all diese Gedanken,

die ich mir hier mache, sind ein Konstrukt meines Verstandes,

und sie treiben mich an,

machen mich unachtsam, blind,

und sie machen mich sooooo müde.

 

Wie kann ich sagen, dass ich allen Menschen und allen Wesen auf der Welt in Liebe begegnen will, wenn ich es schon bei mir nicht tue???

 

Liebe sein beginnt bei mir,

 

mich so annehmen, wie ich bin,

nachsichtig und liebevoll mit meinen Macken und Fehlern umzugehen,

mit mir über mich selbst zu lachen,

mich selbst in den Arm zu nehmen und mir selbst Mut zu machen,

und mich zu lieben,

 

so beginnt ein liebevolles Leben!

 

Dann habe ich meine Gedanken, meine Hände und meine Sinne frei für das Leben, und kann auch anderen Liebe schenken.

 

Ich verdiene meine Liebe genauso wie alle/alles andere hier,

ich hatte es nur mal wieder in der lärmenden Verwirrung des Alltags vergessen,

 

sei liebevoll zu dir auf deinem Weg,

hart sein verhärtet dich nur,

lass alles fließen,

alle verdienen Nachsicht, somit auch du selbst,

 

mögest du ein Leben voller Liebe führen,

und mögest du nachsichtig mit dir selbst sein,

 unterschrift

Caleya-pellegrina

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