Meinen Müll mitnehmen

Meinen Müll mitnehmen

Jeder, der heute irgendwo unterwegs ist, hat den Gedanken, keinen Müll liegen zu lassen, meistens gut verinnerlicht.
Einige, weil sie alle im Sinne des Umweltschutzes aufgezogen.. äh, erzogen worden sind, andere, weil sie erkennen, dass liegen gelassener Müll der Natur schadet.
Jeder, der das tut, hat gute Gründe dafür…

Bei einer Pilgerreise in mein eigenes Land ist das nicht anders.

Ich sollte mich auch hier um meinen Müll kümmern.
Tu ich das nicht, verspamt er mir im Außen meine Wohnung,
liegt mir im Weg und hindert mich.
Und das tut er in meinem Innern auch.

Ganz beliebt ist der Gedankenmüll.

Ich bin oft von meinem Verstand echt beeindruckt, was der den ganzen Tag so für Gedanken produziert, Hochachtung, das nenn ich Phantasie. Inzwischen habe ich gelernt, zu erkennen, dass mindestens die Hälfte von dem, was mein Verstand mir erzählt, echter Müll ist:
Ich soll mir Sorgen machen über Dinge, die wahrscheinlich nie eintreffen, „sollte ich nicht lieber schöner, toller, größer sein?“, „guck mal, wie der guckt, der liebt dich bestimmt nicht mehr“…und was ihm noch so einfällt.

Ich habe jetzt in meiner Welt eine große Müllkippe eröffnet und da kommen all diese Gedanken kurzerhand hinein. Ich nenne sie liebevoll: Mein Spamordner.

Gedanke rein, Klappe zu.. Und falls er da mal rauswuchert, einfach zurückschubsen.

Immer, wenn mein Verstand mich wieder mit einer seiner neuen Kreationen überrascht, halte ich kurz inne, zolle seiner Phantasie Beifall und wenn ich dann feststelle, der Gedanken nützt mir nicht, ab mit ihm auf den Spamordner.

Lasse ich ihn unbeachtet liegen, kann er erstens Wurzeln schlagen,

liegt mir im Weg und am Ende stolper ich noch drüber.

Ehrlich, seit ich das tue, sehe ich erst, wie wichtig es ist, seinen Verstand in die Grenzen zu verweisen!
Er ist ein super Berater, wenn ich verstehen will, was ich fühle, er kann sozusagen Gefühle in Worte fassen. Aber er glaubt fest daran, dass er mein persönlicher Problemlöser ist… Und wenn ich grad keine wirklichen Probleme hab, erfindet er welche, er muss mir ja zeigen, wie wichtig er ist…
Süß, der Kleine, gell?
Ja, du Verstand, ich hab dich lieb… so wie du bist…aber ich erziehe dich dennoch. Denn Erziehung ist Liebe, zu dir und zu mir…

 

Naja, und dann ist da noch der Müll, den ich so produziere.

Dinge, die ich unachtsamen Momenten sage, oder tue. Die könnte ich natürlich auch einfach liegen lassen und so, dumdidum, mich verdrücken.
Aber auch die machen meine Welt dreckig. Ich fühle mich dann beschmutzt.

Nur das Übernehmen der Verantwortung, die Bitte um Nachsicht, die Wiedergutmachung, räumen den Müll aus allen Welten.

Wenn ich das nicht tue, kann ich mir oft selbst schlecht in die Augen sehen. Ich trage den Müll dann in mir, mit mir herum, während der andere vielleicht schon vergessen hat, was ich gesagt, getan habe.

 

Oder jemand hat was gesagt, was mich trifft.

Ja, nicht schön, aber ganz ehrlich, glaub ich ernsthaft, alle Leute laufen nur durch mein Land, um mich zu ärgern, zu beschmutzen?
Ich weiß doch aus eigener Erfahrung, dass nur ein bisschen müde sein oder sich gehetzt fühlen reicht, um auch mich zu solchen Taten zu bringen.

Ich kann auch nachsichtig sein, ohne dass mich jemand drum bittet.

Einfach, weil ich sehe, dass ein Mensch in seiner wundervollen Einzigartigkeit, mit seinen Höhen und Tiefen, Bergen und Tälern, vor mir steht. Der einfach mal einen schlechten Tag hat.
Ach komm, ich geb die Erinnerung auch auf den Spamordner,
alles gut, jeder macht mal Murks.

Vergeben und um Vergebung bitten entlastet vor allem mich!!

Meinen Müll wegräumen ist wichtig für mein Land.
Ich wasche mich doch jeden Tag und kämm mir auch die Haare, weil ich ordentlich sein will.

Warum entmülle ich auch nicht jeden Tag mindesten einmal meine Gedanken,
damit in meinem Land, in meinem Innern, auch Ordnung ist?

Dann fühle ich mich wohl, schaue voll Stolz auf mein Land.

Und wenn mein Verstand wieder mal Müll erzählt, sehe ich klar meine Wege.
Hätte ich nicht meinen Müll entsorgt, könnte ich am Ende vor lauter Müll, den ich hab liegen lassen in meinem Land, vielleicht nicht erkennen,
dass sich dann Müll zu Müll gesellt,
und dann würde ich durch den eigenen Ballast zu Boden gedrückt und versinken.

Und so kümmere ich mich um mein Land,
indem ich regelmäßig aufräume und meinen Müll nicht liegen lasse,

ich wünsche auch dir Wege,
frei von allem Müll,

unterschrift

Caleya-pellegrina

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