No pain, no glory?

No pain, no glory?

 

Jeder Wanderer kennt den Schmerz, er ist ein steter Begleiter. Mal schmerzt der Rücken vom Rucksacktragen, mal drückt der Schuh und scheuert mir schmerzhafte Blasen.

Dann bleibe ich stehen, rücke den Rucksack zurecht, mache Pause und wende mich meinem schmerzenden Fuß zu. Vielleicht kleb ich ein Pflaster auf die schmerzende Stelle, vielleicht muss ich auch andere Socken anziehen?

Das ist sinnvoll, weiß ich doch, dass der Schmerz eher zunehmen wird, wenn ich nicht für mich sorge.

Seltsamerweise tut man das mit dem Schmerz,

den das Leben in uns verursacht, häufig nicht.

Man tut so, als wäre er nicht da, man verdrängt ihn, man macht einfach weiter.

Und wundert sich dann, dass es einem schlechter geht,

dass Situationen sich verschlimmern oder gar im schlimmsten Fall eskalieren.

 

Warum glauben wir, wir müssten diesem Schmerz entkommen, ihn meiden, ihn ignorieren?

 

Auch hier will er uns nur auf etwas aufmerksam machen, auf eine innere Haltung zu etwas oder jemandem, die mich bedrückt. Oder auf eine Situation, die mir schadet und die ich wechseln sollte. Und auch hier wird der Schmerz schlimmer, wenn ich nicht für mich sorge…

 

Ich glaube, es liegt daran, dass wir den Schmerz als Feind sehen, als Verursacher.

 

Aber ist er das wirklich?

Der Schmerz ist kein Feind, er ist mein Freund!

 

Wenn ich gegen meine innere Wahrheit lebe,

wenn ich an Dingen festhalte, die ich nicht kontrollieren kann,

wenn ich Widerstand leiste, weil ich die Wahrheit nicht sehen will,

wenn ich nicht auf mich selber höre,

 

dann kommt mein Freund, der Schmerz und rüttelt mich auf.

 

Er schlägt Alarm und nur er schafft es, alle meine mentalen Mauern zu durchbrechen, die ich mir selbst erschaffen habe.

 

Das ungute Gefühl, wenn ich etwas tue,

das Gefühl der Zerrissenheit,

das Grübeln und die Trauer,

sie alle kann ich übertönen und verdrängen,

 

aber wenn der Schmerz kommt, dann gehorche ich, dann höre ich hin.

 

Dann gebe ich mir die Ruhe, die mein Körper fordert,

dann lasse ich das Gefühl zu, das in mir nach Aufmerksamkeit ruft,

erst dann höre ich auf mein Herz,

erst dann bin ich bereit, etwas zu ändern.

 

Und ich weiß, je länger ich den Schmerz ignoriere oder verdränge,

je länger ich nicht hinschaue,

umso größer wird das dahinter liegende Problem.

 

Schmerz ist ein Ruf, der mich erreichen will.

 

 

Er wird immer wieder und wieder rufen und mit jedem Mal wird sein Ruf lauter, bis ich ihn nicht mehr ignorieren kann.

 

Ich weiß das, warum also höre ich nicht gleich auf den Ruf eines Freundes?

Wenn ich ehrlich bin, möchte ich lieber den kleinen Schmerz und nicht den heftigen, der irgendwann unausweichlich wird!

 

Also bleibe ich stehen und kümmere mich um mich!

Ich trage Sorge für mich und verbessere meine Situation.

 

Der Schmerz wühlt mich auf, um mir zu zeigen, wo ich mich selbst einsperre!

Er befreit mich!

 

Nicht ihn muss ich fürchten, sondern mich selbst.

 

Schmerz, mein guter Freund,

ich möchte dir danken, dass du mich nie aufgibst,

mich immer wieder auf den richtigen Weg führst,

mir immer wieder zeigst, wo ich mich einsperre,

ob wohl ich dich so fürchte und auch meide.

 

Jetzt nehme ich mir die Zeit für dich, guter Freund,

ich fühle in dich hinein und suche deine Ursache,

verstehe,

was du mir sagen willst.

 

Und so befreie ich mich selbst!

 

Und so muss es wohl heißen:

 

Listen to your Pain, thats the glory!

 

Thank you,

unterschrift

Caleya-pellegrina

 

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