ich kann nicht mehr

Ich kann nicht mehr

 

Boah, der Weg war echt anstrengend, und die kurze Nacht steckt mir noch in den Knochen.

Heute ist so ein Tag, an dem ich mich einfach gern hinsetzen möchte

und sagen möchte: Ich kann nicht mehr!

 

Aber ich tu es nicht, warum bloß nicht?

 

Erstens, ich glaub mir selbst nicht,

da geht noch was, ich kenn das doch schon, du bist bestimmt nur mein innerer Schweinehund.

Tja, so sporn ich mich meistens an, wenn ich weiter will, meine Grenzen überschreiten will und mir die Ruhe, die mein Körper braucht, nicht geben will. Weil ich nicht verzichten will auf das, was ich gerade tue, erlebe.

 

Zweitens, ist es so schwer, zuzugeben, dass man nicht mehr kann.

Und ich frag mich immer, warum?

In meiner Umgebung erleb ich ehrlich gesagt dann immer eher Mitgefühl und Hilfe,

daran kann es eigentlich nicht liegen.

Der Anspruch, immer alles hinbekommen zu müssen, liegt in mir.

Ich erwarte von mir, dass ich perfekt bin. Schon, wenn ich das schreib, kommt es mir elend blöd vor, aber wenn ich mich antreiben lasse von dem Gedanken,

hinterfrage ich ihn meistens nicht.

Und treib mich selbst in den Wahnsinn und in den Ruin.

 

Drittens, erlauben die Umstände es manchmal nicht.

Ja, in meinem Beruf zum Beispiel, in einem Kindergarten, kann ich nicht einfach sagen, so, ich brauch jetzt mal Pause, spielt ihr allein und unbeaufsichtig weiter!

Ja, das ist ein Argument, aber auch hier habe ich Möglichkeiten, kann ich meinen Arbeitstag so gestalten, dass es wenigstens leichter für mich wird.

Aber auch hier muss ich dann dafür einstehen, dass meine Kräfte ein Ende haben und ich weiß, dass ich damit Arbeit nur umlasten kann auf andere, denn gemacht werden muss sie doch.

 

„Ich kann nicht mehr !“

 

sagen bedeutet letzten Endes, deutlich und laut: NEIN! Zu sagen.

 

Nein zu einer Situation, zu einer Person, zu einer Beziehung.

 

Und das ist nicht leicht.

Ich habe Sorge über die Folgen, dass man nicht mehr mag, mir nichts mehr zutraut, mich verlässt. Ich stolpere über meine Abhängigkeiten und meine Ängste.

 

Aber ich habe gelernt, ein Nein zu anderen ist ein JA! zu mir.

 

Ja, ich achte meine Grenzen!

Ja, ich pass auf mich auf!

Ja, ich bin so, wie ich bin!

Ja, ich brauche Hilfe!

Ja, ich bin genauso gut, wie ich bin!

Ja, ich bleibe mir treu!

Ja, ich weiß, was mir gut tut!

 

Und wirklich, wenn ich zu mir selbst stehe, dann werde ich sehen,

wer es gut mit mir meint und wer nicht.

 

Wer mein NEIN achtet, achtet auch mich, meine Grenzen,

dem kann ich vertrauen, auf den oder die Situation kann ich mich einlassen.

 

Und ich werde dabei nicht kaputt gehen,

ich kann in meiner Kraft bleiben

und ich kann die Dinge so tun,

wie es mir gut tut und ich es will.

 

Ich kann nicht mehr!

hat mich gerettet und mir mein Land zurückgegeben,

 

Danke,

unterschrift

Caleya-pellegrina

 

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Caleyas Land veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.