An Grenzen stoßen

An Grenzen stoßen

 

Bei Wanderungen durch verschieden Gebiete und Länder trifft man immer wieder auf Grenzen.

Das ist bei einer Reise in sich selbst nicht anders.

 

Für mich gibt es da zwei Arten von Grenzen:

 

Die Grenzen, die mein Verstand, meine Ängste mir setzen.

 

Diese Grenzen gilt es für mich zu überwinden, denn diese Grenzen schränken mich ein, trennen mich ab von mir selbst, von dem, was ich sein kann, sein werde.

 

Für diese Grenzen brauche ich Mut, um sie zu überwinden.

 

Sich den eigenen Dämonen, den eigenen Ängsten zu stellen, bedeutet auch immer, sich mit den eigenen dunklen Wegen zu beschäftigen, und was man dort findet, ist selten schön.

Doch weiß ich auch, dass ich alle Wege in mir kennen muss, damit ich auch die Gefahren erkennen kann, die in ihnen liegen.

Und oft genug stelle ich dann fest, dass das, was mir Angst macht, gar nicht wirklich da ist. Ich fürchte nur, es könnte da sein, es könnte eintreten… Es ist meistens die Angst vor der Angst!

Und so baute ich mir eine Grenze, und machte mich selbst unfrei.

Diese Grenzen will ich ab jetzt überschreiten, ich werde sie fallen lassen und mich damit befreien.

 

Indem ich mich davon befreie, was ich glaube zu brauchen oder von Gedanken, die mein Land von mir abtrennen. Indem ich mich selbst überwinde und neue Erfahrungen ermögliche. Und indem ich mich meinen Ängsten stelle und ihnen so die Macht über mich nehme.

 

Und dann gibt es die Grenzen, die mein Körper mir setzt.

 

Auch hier gibt es einige, die ich überwinden kann. Ich muss das aber behutsamer machen, indem ich zum Beispiel trainiere, um meine Leistungen zu verbessern. Im Grunde genommen ist das auch wie sich damit beschäftigen, das hilft auch hier. Ich lerne auch viel über mich, wo meine Grenzen sind und was ich leisten kann.

 

Aber dann gibt es die anderen Grenzen, die mein Körper mir setzt. Und hier brauche ich den Mut, um sie anzuerkennen und bestehen zu lassen:

 

Wenn ich krank bin, bin ich krank,

 

da hilft auch Training oder Überwinden nichts, dann muss ich lernen, diese Grenze zu akzeptieren und hinzunehmen.

 

Dann muss ich Aktivitäten, auf die ich mich gefreut habe, absagen und meinem Körper die Ruhe geben, die er verlangt.

 

Diese Grenzen sind nicht unüberwindbar, aber sie zu überwinden, heißt, sich selbst zu schaden.

Da ist es klug, die Grenze hinzunehmen.

Und hart, wenn es eine chronische Erkrankung ist, deren Ende nicht absehbar ist.

 

Und dann kommt die Grenze, die am härtesten zu akzeptieren ist:

 

Der Körper ist nicht krank, sondern er altert.

 

Auch das setzt mir Grenzen. Ich kann auch hier trainieren, ich kann vieles aufhalten und ändern, aber ich muss akzeptieren, dass diese Grenzen dennoch da sein wird, und, was schwer auszuhalten ist, sie wandert stetig weiter in meine Land hinein.

Gestern war sie noch da, heute ist sie schon dort.

 

Und auch diese Grenzen führen früher oder später dazu, dass ich Aktivitäten aufgeben muss, mit dem sicheren Wissen, dass diese Grenzen endgültig da sind. Das kommt nicht wieder.

 

Bei Krankheit kann ich genesen, Altern wandert unaufhaltsam voran.

Und es erinnert mich daran, dass auch mein Leben endlich ist.

 

Diese Grenzen sind die härtesten und bittersten, aber sie sind da, und auch hier kann ich nur nachgeben. Den Kampf werde ich nicht gewinnen können, nur das Beste daraus machen.

Den bitteren Kelch mit einem Lächeln nehmen, da man es nicht ändern kann.

Doch diese Grenzen haben ihren Sinn, sie schützen mich auch, helfen mir, meine Energien sinnvoll einzusetzen. Ich hab das Gefühl,ich tausche Beweglichkeit gegen Weisheit.

Und so werde ich lernen müssen, sie mit einem Lächeln und dankbar anzuerkennen.

 

 

Dann gibt es noch Grenzen, die ich anderen setze,

oft viel zu spät, aber auch manchmal zu früh.

 

Diese Grenzen gehören zur erfreulicheren Sorte, man kann sie überwinden, denn auch die Grenzen trennen, aber schützen tatsächlich nur selten.

Und wenn doch, dann sind sie gut gesetzt.

 

Letztendlich sind Grenzen sinnvoll,

im Innen wie im Außen.

 

Sie lassen mich lernen, lassen mich viel über mich und mein Land erfahren.

 

Grenzen sind für mich Lernaufgaben, denen ich mich stellen sollte.

 

Ich wünsche dir Lern – äh… Grenzerfahrungen in deinem Land,

unterschrift

Caleya-pellegrina

 

 

 

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