auf der Suche nach einer Mama

Ich behaupte hier mal,

wir sind alle auf der Suche nach Mama,

immerzu, jeden Tag, unser ganzes Leben lang…

 

Jeder von uns wünscht sich diesen Zustand von Versorgt werden und dem Gefühl von totaler Verbundenheit, Sicherheit und Geliebtwerdens zurück.

Und weil wir uns dessen nicht bewusst sind, leben wir diesen Gedanken unser ganzes Leben, und wundern uns, warum wir unseren „Seelengefährten“, die totale Liebe, nicht finden können…

 

Die Wahrheit ist:

Es gib ihn/sie nicht!

 

Denn derjenige oder diejenige, die wir suchen,

soll uns unbewusst unsere Mama ersetzen,

ja, unsere Mama sein…

 

Wenn wir früher Ärger in der Schule hatten, erzählten wir Mama davon und es konnte gut sein, dass Mama dann dort anrief und irgendjemanden zusammen stauchte.

Und wir konnten am nächsten Tag wieder entspannt in die Schule gehen, weil Mama alles geregelt hatte.

Ja, gut, es konnte auch vorkommen, dass dann andere Kinder: “Mamakind!“ hinter uns her riefen, und wir spürten tief innen, dass sie irgendwo Recht hatten, aber…

die Probleme waren gelöst und wir konnten einfach so weiter machen wie vorher…also war alles gut…

 

Wenn ich heute Ärger mit dem Chef habe, dann wünsche ich mir auch heute noch unbewusst, es gäbe da jemanden, der das Problem für mich aus der Welt schafft,

der alles, was mein Selbstwertgefühl angreift, einfach wegkuschelt,

der mich bedingungslos liebt,

der mir eine heile Welt schafft…

eben eine Mama…

 

Doch heute bin ich erwachsen und „brauche ja keine Mama mehr“ und so übertrage ich diese Bedürfnisse eben unbewusst und nicht hinterfragt auf Partner, Freunde und eigene Kinder…

 

Dahinter steckt unser inneres Kind, das sich eben wie ein Kind benimmt!

 

Wenn ich bis heute nicht angefangen habe,

selbst die Verantwortung für mich und mein Leben zu übernehmen,

wenn ich nicht selbst meine Gefühle hinterfrage

und keine Eigeninitiative entwickelt habe,

mich nicht selbst trösten und für mich einstehen kann,

 

dann hat mein inneres Kind keinen inneren Erwachsenen,

der es tröstet und versorgt,

und dann suche es so jemanden im Außen.

 

Und hier eine kommt nun eine Wahrheit, die unbequem ist,

die ich oft gar nicht wissen will, und

doch,

wenn ich es akzeptiere, dass es so ist,

werde ich ein ganzes Stück freier, und die Angst in meinem Leben nimmt deutlich ab:

 

Es gibt eben niemanden im Außen, der für mich und meine Bedürfnisse zuständig ist!

(Und wenn ich ehrlich bin, nicht mal Mama war das immer, denn auch Mama hatte ihr Leben, ihre Bedürfnisse…)

 

Es ist nicht deine Aufgabe, mich zu lieben

– es ist meine!! 

(Byron Katie)

Jeder ist für sich selbst verantwortlich

und ja klar, man kann mal jemanden unterstützen und mal was abnehmen,

aber eben nicht in der totalen Verantwortung für mich wie Mama früher.

 

Ja, wir sind oft allein, und niemand ist da, der uns hilft…

Das ist so, weil wir nur so lernen können, unser Leben selbst zu leben,

weil wir nur so an unserer Grenzen kommen,

und nur so Schmerz erfahren,

der uns dann wandelt und transformiert.

 

Dies hier ist eben keine Friede-Freude-Eierkuchen-Mamakuss – Welt!

 

Wir sind hier im Klassenzimmer des Lebens und lernen jeden Tag

wir selbst zu sein,

unser Licht zu leben

und frei zu sein.

 

 

Und das geht nicht , wenn Mamas alles für uns tun!!

 

(Ich erlebe jeden Tag in meiner pädagogischen Arbeit, wie sehr behütende Eltern die Entwicklung ihrer Kinder einschränken…weil sie glauben, ihnen Fehler zu ersparen, aber in Wirklichkeit verhindern sie, dass die Kinder Erfahrungen machen…Erfahrungen, aus denen sie lernen…aber das ist ein andere Thema..)

 

Wir aber brauchen Freiraum,

um uns selbst zu entdecken,

und uns lieben zu lernen,

und dann aus Liebe für uns selbst zu sorgen.

 

Wer nach einer Mama sucht, (oder auch einem Papa),

der wird in einer schwierigen Situation

Mama (oder Papa) vermissen,

jammern, weil niemand da ist,

sich leid tun,

Angst entwickeln, passiv sein…

 

Wer sich davon befreit hat,

(in dem er selbst für sich und sein inneres Kind sorgt),

wird in Zeiten der Herausforderung…

aktiv,

er wird nach Lösungen suchen,

aktiv Leute um Hilfe bitten,

aber immer die Verantwortung bei sich behalten.

 

Wer will, sucht Wege,

wer nicht will,

(sondern jemanden haben will, eine Mama,

die für ihn die Probleme löst)

sucht Gründe, warum er nichts tun kann….

 

In jedem von uns steckt ein inneres Kind,

und es ist die Aufgaben von jedem von uns,

für dieses Kind zu sorgen,

 

wir müssen selbst unsere Mama sein,

 

das ist unbequem,

aber auch sehr praktisch,

denn ich bin immer bei mir und kann immer für mich sorgen,

ich bin für mich die wichtigste Person in meinem Leben,

ich weiß genau, was mir gut tut,

ich werde um mich kämpfen bis zum letzten Atemzug,

 

alles, was ich mir wünsche, ist immer da, es steckt in mir…

 

aber niemals im Außen,

so sehr ich mir das auch wünschte…

 

eine unbequeme Überlegung,

aber

wer sie annehmen kann,

hört auf zu suchen und kann endlich glücklich leben…

Alle anderen werden weiter vergeblich suchen…

Lass uns wie Mama sein,

 für uns selbst,

Danke an alle Mamas,

Caleya-pellegrina

 

 

 

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