Tage des Feuers

Ich hab ja schon mal einen Artikel über die Zeit im Leben geschrieben, die ich Eiszeit nenne…
Die Zeit, in der alles still steht und man das Gefühl hat, nichts bewegt sich und man ist total festgefahren…

Heute möchte ich über

die Feuerzeit

schreiben,

die Tage, die Zeiten, in denen scheinbar ein Feuer wütet im Leben,
wo Zerstörung, Trauer und Chaos herrschen
und das Leben uns beutelt, bis einem schlecht ist und man überall blaue Flecken hat… Die Tage, an denen man gerade noch die Kraft hat, sich „Warum???“ in Gedanken zu fragen.

Ich glaub, jeder hat solche Zeiten erlebt und keiner ist davor gefeit, dass weitere folgen… Dieser Gedanken kann einem ganz schön zusetzen…

Doch mir wurde bewusst, dass diese Tage des Feuers sind auch wichtig sind,
ob wir sie mögen oder nicht, auch sie haben Sinn:

Sie räumen unser Leben auf,
sie wecken Kräfte in uns
und sie schaffen Raum für Neues.

So wie bei einem Waldbrand,
alles geht in Flammen auf,
man steht fassungslos davor und muss zusehen, wie vieles, was einem lieb und gewohnt ist,
in Rauch und Asche verschwindet…
Und verbrannte Erde hinterlässt…

Und doch,

der Wald erholt sich,
Neues keimt, Neues wächst,
und es kann den durch das Feuer entstandenen Raum nutzen,
und später,
viel später,
Jahre später,
ist ein neuer Wald da,
und das Alte, Verbrannte,
ist nur noch Erinnerung.

Ich habe nachgedacht, und tatsächlich sind aus den Tagen des Feuers, die ich schon erlebt habe, wirklich schöne neue Zeiten gewachsen,
ich habe mich und mein Leben unter dem Druck des Feuers neu geordnet,
und wenn ich heute darauf schaue,
dann ist es gut, wie es ist.

Und ich habe gelernt, was ich aushalten kann,
mit was ich umgehen kann,
dass ich mich auf mich und meine Kräfte verlassen kann.

Ja, die Feuerzeiten waren hart,
und ich hab viel Schmerz erfahren…

und doch,
es war nicht willkürlich und umsonst,

sondern es war eine Kraft der Veränderung darin,
von der ich heute zehre…
und ich weiß auch, dass ich zu diesen Veränderungen ohne den Druck des Feuers nie den Mut gehabt hätte.

Diese Gedanken sind tröstlich,
sie machen mir Mut
und nehmen mir die Angst vor dem, was noch so kommen kann…

Ich weiß das, was ich gerade habe, viel mehr zu schätzen,
und ich vertraue auf meine Kräfte.

Ja, es ist hart und bitter, Tage des Feuers zu erleben,
doch sie gehen vorbei
und ich weiß, ich kann das aushalten,

und danach,
danach
kommt das Neue,
das Bessere,
das Gestrüpp ist weg und Raum für Neues,
und mein Leben wird wieder ein bisschen klarer,
frischer und
ein Stück mehr meins…

Wir sind alle Phönixe,
wir gehen durchs Feuer,
wir stehen wieder auf,
und die Asche
nährt unser neues Leben,

wir leben ein Leben
im Spiel der Kräfte,
wie Eis und Feuer,

und das ist gut so,

unterschrift

Caleya-pellegrina

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2 Kommentare zu Tage des Feuers

  1. Jutta Zerkowski sagt:

    Wenn es manchmal nur Tage des Feuers wären. Gegangen bin ich schon durch so manche Feuerhölle. Einige dauerten Tage, wieder andere Wochen oder Monate und dann gibt es die, die Jahre dauern. Immer wieder mit Augenblicken in denen man meint es ist überstanden und doch flackern die Flammen wieder auf.
    Ich weiß wie viel ich aushalten kann und doch ist es bei manchen Feuern so, das ich nur noch funktioniere, nicht mehr fühle, nichts mehr verstehe und nicht mehr denken kann. Genau das hilft mir diese Zeit zu überstehen.
    Ich wachse in dieser Zeit, aber in meinem Leben bleibt nur Asche. Alles verbrannt bis ins tiefste Erdreich. Da wächst nichts mehr – vergiftet von dem was da verbrannt ist. Also muss ich wieder meine Sachen packen und weiter gehen – wieder neu anfangen. Die Narben schmerzen lange noch und haben mich vorsichtig werden lassen. So bleibe ich nur an der Oberfläche und lasse niemanden nah an mich ran. Da ist immer diese Angst vor dem nächsten Feuer und vor der nächsten Wanderung. Niemand bleibt lange genug um die kleinen neuen Pflanzen zu sehen oder latscht einfach drüber weg.

    So baue ich um die kleinen Pflanzen Zäune und Mauern was leider den Nachteil hat, das sich niemand die Mühe macht darüber hinweg zu schauen.

    • Caleya sagt:

      Ja,diese Tage können einen wirklich verschrecken…Ich hab sie auch immer gefürchtet, doch ich sehe eben auch ihren Nutzen. Klar hab auch ich Narben, ich sehe sie als Erinnerung an etwas, was ich gelernt habe…Ist denn dein Leben kein bisschen besser geworden im Laufe der Zeit? Natürlich ist das, was ich hier beschreibe, eine Art, es zu sehen…Ich denke, die entscheiden Frage ist: Tut es dir gut, diese Tage so zu sehen und so mit ihnen umzugehen? Wenn es dir schadet, kannst du vielleicht den Blickwinkel ändern, wenn du schon diese Tage nicht aufhalten kannst…(Und wer kann das schon?) Immerhin hast du die Tage bisher überstanden und auch viel von ihnen gelernt… und du bist gewachsen, und du bist wahrscheinlich die größte und wichtigste Pflanze in deinem Land…Und vielleicht, nur so ein Gedanke, will das Feuer vor allem deine Masken und Mauern niederbrennen,die du immer wieder aufbaust, damit die Welt endlich dein wundervolles Leuchten bekommt? … denn die Welt braucht dein Licht <3

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