Frei sein

Ich habe mir angewöhnt, jedes Jahr ein ganz persönliches Motto zu entwickeln, sozusagen ein Lernthema, das das Jahr für mich haben wird.
Man kann allerdings sagen, dass das Thema eher mich erwählt, aus all dem, was sich so ergibt in meinem Leben zu der Zeit.

Für dieses Jahr ist es das Thema: Freiheit.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich damit im ersten Moment gar nichts anfangen konnte, das Motto: Freiheit war mir gar nicht zugänglich.

Aber ich habe darauf vertraut, dass ich in das Lernfach: Freiheit hineinwachse, und genau so ist es auch.

Ich habe mich gefragt, was Freiheit ist und wie wichtig Freiheit für mich ist und bin zu erstaunlichen Erkenntnissen gekommen. Angefangen damit, dass ich gar keinen Standpunkt zu dem Thema hatte, was ungünstig ist, denn von wo aus will man sich entwickeln, wenn man keinen Startpunkt hat?
Bis hin zu: was ist Freiheit eigentlich für mich? (dazu findest du bald hier einen eigenen Artikel).

Heute las ich nun die Gedanken des Tages von Robert Betz, und dort traf es mich bis tief in mein Inneres:

Robert erinnerte an den Unterschied  von „Frei sein von etwas“ gegenüber „frei sein für etwas“…

Und, ja, er hat so Recht, das ist ein Aspekt, der mir bisher entfallen war:

Wenn ich frei sein will von etwas, dann denke ich ständig daran, was ich nicht mehr will. Ich schaue immerzu auf den Mangel in meinem Leben und wer immer zurück schaut, kann sich nie nach vorne bewegen.
Zudem funktioniert unser Unbewusstes eben so, dass es auf etwas hinarbeitet, nicht von etwas weg…
Ich meine, das ist so, als sagst du: Ich will nicht mehr in Timbuktu wohnen! (ich mein, wer will das schon??!) Dann denkst du immer an Timbuktu und nicht an das, was kommen soll…Wenn du aber denkst: ich will in Venedig wohnen, dann entwickelt unser Unbewusstes daraus sofort ein Bild, wie
schön es dort ist, wie du wohne willst, und sofort setzen sich Energien in Gang…So kommt Neues in den Raum!

Wenn ich also immer dahin schaue, wo etwas ist, was mir nicht gefällt, dann kann es sich nirgends hin entwickeln, die Energien stagnieren.. (das ist nie gut 😉 )

Auf den Mangel schauen schafft Mangel, denn ich beschäftige mich ja ständig mit dem Mangel.

Wenn ich also weiter kommen will, frei sein will, dann muss ich wissen, wofür will ich mich befreien?
Wofür will ich mehr Freiheit in meinem Leben?
Das ist ein schwieriger Gedanke, denn alles, was ich besitze und alles, was ich verbindlich tue, schränkt mich ein, und Einschränkung ist das Gegenteil von Freiheit.

Wofür also will ich frei sein?

Ich will frei sein,
frei, selbst zu entscheiden, was ich tun will.

Ich will frei sein,
frei, so zu leben, wie es mir gut tut.

Ich will frei sein,
frei, das zu tun, was mir richtig erscheint.

Ich will frei sein, damit ich ein Leben führen kann, von dem ich in jedem Augenblick sagen kann: ja, das bin ich! Ja, das ist mein Leben!

Wenn ich mir das bewusst mache,
wird mir sofort klar, dass ich keine Freiheit im Sinne von: Ich reise um die Welt und schaue mir alle Wüsten an… will,

ich will eine innere Freiheit,

die mich unabhängig macht,
die mich handlungsfähig hält,
die es mir möglich macht, aufzustehen und zu gehen, wenn ich es will,
die mich: Nein! sagen lässt, wenn ich Nein sagen will,
und die mich Ja sagen lässt zu allem, was mir gut tut!

Diese Freiheit erreicht man weniger durch das Aufgeben von Arbeit und Wohnung,
man braucht geradezu diese Dinge dazu,
um zu lernen,
sich immer frei zu fühlen,
egal, wie das Außen ist.

Dazu muss ich mit mir und meinen Werten in Klarheit sein,
dazu muss ich dem Leben zutiefst vertrauen, dass es mich fängt, wenn ich springe,
dazu muss ich mir klar werden, dass meine Gefühle ihre Wichtigkeit haben, ich aber mehr als meine Gefühle bin,
dazu will ich lernen, jeden Moment als etwas Besonderes zu erleben,
dazu brauche ich die Erkenntnis, dass ich jeden Moment mein Leben neu entscheiden kann,
dazu muss ich lernen, alles hinzunehmen, was kommt, denn ich weiß, dass ich es nicht ändern kann,
ach, und wahrscheinlich noch so einiges mehr, was mir jetzt noch gar nicht klar ist…

Ja, das wird ein spannendes Jahr, es ist schon mehr als die Hälfte vorbei und es gibt noch so viel zu lernen…

Und doch,
ich bin schon viel freier als ich es je war,
ich bin auf einem guten Weg,
immer der Freiheit entgegen,

ich weiß ja jetzt, wofür ich es tue,

Caleya-pellegrina

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