der volle Becher

Ich war unterwegs,

auf meiner Pilgerreise.

Ich bin gewandert, hab mich selbst beobachtet und habe gelernt.

Ich wollte kein Buch anfassen,

keine Vorträge hören,

keine Texte schreiben,

auch nicht hier,

alles in mir war unsortiert,

unklar,

ich fühlte mich voll,

aber nicht erfüllt…

Ich konnte es niemandem erklären, weil ich es selbst nicht verstanden hatte,

ich brauchte Zeit:

Zeit für mich,

Zeit, um neue Abenteuer zu erleben,

Zeit, zu wagen und zu scheitern,

Zeit zum Leben…

Nun bin ich irgendwie angekommen,

ich habe viel gelernt in dieser Zeit,

denn ich habe Herausforderungen angenommen,

mich meinen Dämonen gestellt,

und bin ich schwierige Situationen gegangen, mit dem festen Willen zu lernen und zu wachsen.

Und ich bin gewachsen, nie hätte ich geglaubt, dass ich so groß sein kann….

Immer wieder hörte und las ich, dass meditieren wichtig ist,

dass die Seele Zeit braucht,

und das Zeiten des Rückzugs und der Besinnung sehr sinnige Rituale sind.

Ich hab nur immer nicht verstanden, warum…

Ja, ich habe erkannt, dass ich meiner Seele Zeit geben muss, nachzukommen, das kannst du hier lesen,

doch heute nun fiel mir ein Spruch in die Hände, der mir einen anderen Aspekt aufzeigt:

Ein Becher, der voll ist, kann nicht gefüllt werden.

Deswegen ist es gut, ihn zu leeren und zu reinigen,

damit er erneut mit dem Wasser des Lebens gefüllt werden kann…

Und genau das war es: Ich war übervoll gewesen,

hab immer neue Informationen in mich und mein Leben gesteckt,

ich war nicht im Frieden, also machte ich mich unzufrieden.

Ich konnte dieses Mal dem Drang nach Veränderung,

Verbesserung widerstehen,

weil ich verstanden habe, dass

alles gut ist,

nichts muss geändert werden,

ich muss meine Gedanken dazu hinterfragen.

Das hab ich getan,

und festgestellt, dass ich mal wieder zu viel denke

und meinen Gefühlen zu wenig folge.

Und so hab ich das gelassen,

und bin gelassen meinem Herzen gefolgt,

es war eine goldene Zeit,

voller Erlebnisse, voller Liebe, Freundschaft und Wunder.

Die ich verpasst hätte, hätte ich gelesen, geschrieben, gedacht.

Ich hab den vollen Becher geleert,

ihn gelebt,

mit seinem Inhalt meine Träume genährt,

neue Samen gesetzt,

und nun bin ich zurück,

mit leerem Becher,

aber mit vielen Samen, die ich auf meinem Weg ließ.

Es war Saatzeit, und ich habe Energie in alles gegeben, was mir Freude schenkte,

jetzt werde ich ruhiger,

und setze mich,

schaue auf das, was gut ist,

und warte,

und lese,

schreibe und fülle mich wieder,

und in meinem Herzen wohnen neue schöne Erinnerungen,

ich lebe in Zyklen,

wie die Erde,

mit der ich tief verbunden,

 so ist es gut,

unterschrift

Caleya-pellegrina

Dieser Beitrag wurde unter Caleya pilgert veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.